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Extern: News Presse Ökonomenstimme HS LU FB II Stand: 10.02.2012 Intern: Home Kontakt Wissenstransfer Sitemap English
"Nicht, dass man dich nicht kennt, sei deine Sorge; sorge dafür, dass du des Kennens wert", Zen
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Themengebiete: Vereinigte Staaten (USA), noch als Leitwirtschaft, Energie/Umwelt/Rohstoffe mit Klimawandel, Deutschland, Europäische Union (EU) einschließlich Euro (€), Weltwirtschaftsordnung (WTO, IWF, Weltbank, BIZ, G8, G20 u.a., OECD, Unctad, UN, Foren). Aktuelles zu Ostasien ist auf der gleich lautenden Seite aufgeführt (Ostasien/Global, meist geteilt nach China und Japan, auch Infos zu Indien und Integrationen). Es sind auch einige Links zu Nachrichtenbörsen angegeben. "Ich glaube, es ist vollkommen richtig: Wir müssen die Abhängigkeit von einer dominierenden Währung wie dem Dollar über die Zeit vermindern", Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, Ende des Jahres 2010.

- In den Vereinigten Staaten (Vgl. auch USA) kommt die Konjunktur 2011 nicht richtig auf die Beine (im Juli 2011 steigen die Auftragseingänge aber wieder, im letzten Quartal 2011 überraschen positive Konjunkturdaten). Eine Rating - Agentur (S.&P.) stuft die Kreditwürdigkeit herab, was Turbulenzen an den Börsen auslöst. Die Rezession 2009 hat ihre Spuren hinterlassen: BIP-Wachstum -2,4%, Arbeitslosenquote 9,3%, Inflationsrate -0,3%, BIP pro Kopf 46.381 $ (Rückgang). Im Jahr 2010 betrug das Wachstum 2,9%. Hohe Arbeitslosigkeit und Probleme am Immobilienmarkt bremsen mehr Wirtschaftswachstum. Es handelte sich insgesamt um die schwerste Rezession seit 81/82. Im August 2010 und 2011 führen die pessimistische Konjunkturprognose der Fed und die schlechte Prognose der Weltwirtschaft zu einem Einbruch an den weltweiten Finanzmärkten. Im Herbst 2011 wird ein Konjunkturprogramm in Höhe von 450 Mrd. $ aufgelegt. Die Inflationsrate steigt auf 3,8%. 2006 überschreitet die Bevölkerung die 300 Mio. - Grenze). Die ALQ stieg Ende 2007 auf 5% und erreicht im Dezember 2009 sogar 10,0% (höchster Wert seit 93, allein in den ersten 9 Monaten -4,1 Mio. Arbeitsplätze, seit Beginn der Krise 2007 über -8,4 Mio., ALQ 2009 9,4 %, für 2010 10,1 berechnet, im Januar 2011 aber Rückgang auf 9,0% mit sinkenden Löhnen). Deutliche Besserung Mitte 2011 und Ende 2011 (8,6% ALQ). Im Januar 2012 weitere Senkung auf 8,3%. Dahinter stecken auch strukturelle Probleme (die Wirtschaftsstruktur ist dual). Auch das Produktivitätswachstum hat sich spürbar abgeschwächt, steigt im dritten Quartal 2009 wieder deutlich an. Die Verschuldung der Privathaushalte ist 2009 auf über 13,3 Billionen $ gestiegen (Sparquote bei -0,7%, steigt allerdings rapide nach der Finanzkrise auf 4,6% Mitte 2009, 16% der Bevölkerung haben keine Krankenversicherung, 21,1% des gesamten Volkseinkommens verteilt sich auf 1% der reichsten Amerikaner). Das Haushaltsdefizit des Staates liegt 2009 bei -11,9% (2008: -3,2, 2010: -12,5, 1,6 Billionen $). Die Gesamtschuldenquote liegt bei 102,9 im Jahre 2010. Einige Bundesstaaten stehen vor der Pleite (Kentucky, New York, Alaska). Die amerikanische Volkswirtschaft ist zu 70 Prozent vom Konsum abhängig, eine Achillesverse. Am 17.07.07 übersteigt der Dow Jones erstmals in seiner Geschichte 14.000 Punkte. Ende Juli 07 bricht er wegen der anhaltenden Immobilienkrise vorübergehend ein und treibt in der Folge weltweit die Börsenkurse nach unten (Hausverkäufe 2007 -26,4%). Nach der Insolvenz von Lehman Brothers kommt es zum größten Einbruch seit dem 11.09.01. Am 19.11.08 rutscht er unter 8000 und geht kontinuierlich gegen 7000. 2008 hat er insgesamt 34% verloren, der größte Verlust seit 1931. Am 14.10.09 geht er erstmals wieder über 10.000, was viele als Ende der Finanzkrise ansehen. Die US-Staatsverschuldung steigt auf ca. 11 Bio. $ (92,4% des BIP, mit steigenden Zinsen wachsen die Schulden, HH-Defizit 2008 250 Mrd. $, -2,3%, 2009: etwa 1,85 Bio. $, -12%, 2010: 10,7%). Auch 2012 liegt das US-Haushaltsdefizit wieder über einer Billion $. Der Dollar hält weltweit noch immer ca. 65% der Reserven der Notenbanken. Der Kapitalzufluss aus den Erdöl exportierenden Ländern aus Nahost lindert das Defizit in der Import lastigen Leistungsbilanz der USA. Hilfreich ist auch der deutlich schwächere Dollar, der US-Unternehmen einen Preisvorteil auf dem Weltmarkt gibt. Die Dollarschwäche belastet allerdings die Börsen. Die großen deutschen Firmen zogen sich von der New Yorker Börse zurück ("Cowboy-Methoden", auch zunehmend Insider-Handel, Daimler, Telekom, Bayer, Eon u. a.). Mitte 2009 legt Obama eine Finanzreform vor. Weitere Aspekte folgen, z. B. Sonderabgabe der Banken. 2010 wird die Gesundheitsreform beschlossen. Die USA brauchen ein soziales Netz. Bernanke wird für eine zweite Amtszeit nominiert, bleibt also US-Notenbankchef. 52 Mrd. Gewinn machte die Fed 2009, der höchste in ihrer Geschichte. Zahlungsbilanz und Sparquote verbessern sich 2010, aber eine Inflation droht. Im Februar 10 erhöht die Fed den Diskontsatz (um 0,25 Prozentpunkte auf 0,75%). Immer wieder muss sie die Wirtschaft mit Geld fluten (November 2010 mit 600 Mrd.$ Kauf von Staatstiteln). Der private Konsum kommt nicht in Schwung, was auch am schwachen Arbeitsmarkt liegt (weiterhin düstere Aussichten). Die Abhängigkeit der deutschen Exportwirtschaft von der US-Konjunktur ist gesunken, weil zielstrebig Wachstumszentren in Mittel- und Osteuropa, im Nahen Osten, in Asien sowie Lateinamerika (vor allem Brasilien) erschlossen wurden. "Die Rolle der USA als Leitwirtschaft der Welt ist langsam passe´ ", K. Kaldemorgen, Geschäftsführer DWS bis Anfang 2011.
Wüste Gobi (nicht mit Gabi verwechseln!) im
Westen Chinas. Sie breitet sich stark aus und steht für eines der größten
Umweltprobleme von der Fläche her.
- Die Rohstoffpreise (mittlerweile auch die Agrarpreise, insbesondere Mais, Reis, Gerste und Weizen, Rohstoffpreisindex des HWWI 2010 +41,3%), vor allem der Erdölpreis, sind weiterhin auf hohem Niveau (weil die Mengen immer knapper werden und die Nachfrage aus China und anderen Schwellenländern steigt; zusätzlich spekulative Elemente, Krisen wie in Libyen, politische Instabilität im Nahen Osten, Raffineriekapazitäten, Lagerbestände und Anpassung relativer Preise, auch "Driving Season" in USA). Der Eisenerzpreis ist von 2003 bis 2009 um 400 % gestiegen (die Konzentration nimmt weiter zu: Kooperation zwischen BHP Billiton und Rio Tinto). 2010 steigt sehr stark der Baumwollpreis. Auch die Preise für Nickel, Zink, Platin, Silber, Phosphor und Kupfer sind sehr hoch. Im März 2010 steigen die Einfuhrpreise um 5% durch den Anstieg der Energiepreise. Alle Rohstoffpreise werden 2011 weiter steigen, wenn sich die Weltwirtschaft weiter erholt (z. B. Baumwolle, Kakao, Kaffee, Papier, Kautschuk, Mais). Da mittlerweile die Spekulation eine große Rolle spielt, fallen die Preise im Herbst 2011 stark (auch Rezessionsangst). Der Erdölpreis stieg 2005 um 35%, 2006 um 19,5%, 2007 um 57%. Erstmals über 100$ (Allzeit - Höchststand 147,27$ pro Barrel=159 l) am 26.02. 08 (am 10.09.08 wieder unter 100$), am 31.12. 08 mit 36,24$ wurde ein Tiefpunkt erreicht, der zuletzt vor drei Jahren bestand. Der niedrige Preis ist durch die weltweite Rezession bedingt (auch volle Lager). Konjunkturhoffungen lassen den Barrel Mitte 09 wieder mehr als 50 $ kosten, auf zuletzt über 100 $ (Konjunkturerholung in China, kurzfristige Schwankungen durch Spekulation, Kältewelle in USA, Streit um Transitgebühren, Hilfspaket der US-Notenbank, Krise in Libyen und in ganz Nordafrika, Ölreserven und Abbau, Spannungen mit Iran). Die arabische Revolution treibt die Ölpreise auf 120$ zu und weiter auf den Höchststand 2008. Mitte 2011 sinkt er wieder stark (Abschwächung der Konjunktur erwartet, knapp über 80 Dollar). Dann geht er wieder aufwärts, vor allem gegen Ende 2011 auf weit über 100$. Allein im Januar 2010 ist die Nachfrage in China konjunkturbedingt um 30% gestiegen. 2008 in der Krise geht erstmals seit 25 Jahren die Ölnachfrage zurück. Experten rechnen mittelfristig mit einer Verdopplung des Preises auf 200$ bis 2020. Die OPEC drosselt immer mal die Ölförderung, was meist wegen des Ausscherens Saudi-Arabiens wirkungslos bleibt (es stabilisiert den Preis, Ölgipfel). Ansonsten haben Krisensituationen (Algerien, Iran, Libyen) und die US-Lagervorräte einen starken kurzfristigen Einfluss. Der Index für Rohstoffpreise steigt 2010 erheblich. Die Gaspreise sind innerhalb der letzten fünf Jahre um 50% gestiegen. Die Erdölkrise dürfte sich Ende dieses Jahrzehnts erst richtig zuspitzen (dann kann der Depletion Mid-Point erreicht werden, ab dem das Gesamtpotential abnimmt), zur Zeit gibt es hauptsächlich eine Lösung: Öl sparen (2007 -10%); das Mineralöl hat in D einen Anteil am Primärenergieverbrauch von 36,4%. Die Bundesregierung arbeitet an einem Energiekonzept, das bis 2020 reicht und den Anteil an alternativen Energien verdoppelt. Auf dem 20. Weltenergie-Kongress in Rom wird beim Energiebedarf bis 2050 mit einer Verdopplung gerechnet. Es findet ein Wettlauf um die im Meer lagernden Rohstoffe statt (ihr Wert wird auf 33 Billionen $ geschätzt). In Deutschland wird nach Erdöl in Wietze (bei Celle, seit 150 Jahren) und bei Landau gebohrt. Erdgas wird bei Clausthal gefördert. Diese Region in Niedersachsen ist das deutsche Zentrum der Bohrtechnik. Um den CO2 Ausstoß nach dem Kioto -Protokoll zu verringern (Klimawandel) sollen in Deutschland die Energiekonzerne von 2008 bis 2012 um ca. 15% reduzieren (ohne Überwälzung der Preise auf die Verbraucher) und die Industrie um ca. 1,5% (ursprünglich: 482 t, Bund: 465 t pro Jahr, EU: 453 t pro Jahr, NAP II). Erstemissions-Zertifikate sollen kostenlos ausgegeben und erst ab 2012 versteigert werden. Es sollen weniger Zertifikate ausgegeben werden. Die regenerativen Energien profitieren vom hohen Ölpreis und sind ein Motor des deutschen Exports (vor allem Windkraftanlagen). Die Energiestrategie der EU vom Januar und März 2007 sieht bis 2020 eine mindestens 20prozentige Reduktion der Treibhausgase vom Niveau von 1990 und eine 20prozentige Deckung des Bedarfs durch erneuerbare Energien vor. Es muss noch eine gerechte Lastenverteilung zwischen den einzelnen EU-Ländern beraten werden. Als Grenzwert für die Auto-Emission werden 2007 bis 2012 durchschnittlich 130g pro Kilometer festgelegt. Die Fluggesellschaften werden ab 2012 in den Emissionshandel der EU eingegliedert. Nach einer Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes wird sich bis 2100 das Klima bei uns und um 2-3 Grad erwärmen. Zu sehr pessimistischen Ergebnissen kommt auch der britische Stern-Bericht (N. Stern war Chefvolkswirt der Weltbank, 350 Mrd. $ Investitionen oder 7 Bio. Schaden). Der Welt-Klimarat prognostiziert in seinem Klimabericht vom Februar/ März/ April/ Mai 2007 eine Erderwärmung um 4 Grad bis 2100 und ein Ansteigen des Meeresspiegels um 59 cm. Dies wird verheerende Auswirkungen auf Pflanzenwelt, Tiere und Menschen haben. Ca. 8 Jahre bleiben, um gegenzusteuern. Auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm wird beschlossen, eine Nachfolgeregelung für Kioto bis 2009 zu finden (außerdem 50% CO2-Reduktion bis 2050). Am 22.01.08 verabschiedet die EU-Kommission ihr Klimaschutzpaket (u. a. CO2-Ausstoß bis 2020 um 20% gegenüber 1990 senken). Nach einer Studie des DIW 2008 treffen die Folgeschäden des Klimawandels die ärmeren Bundesländer härter. Im Mai 2008 findet in Bonn die UN-Artenschutz-Konferenz statt. Auf dem G8-Treffen 2008 in Japan (Toyako) einigt man sich darauf, den CO2-Ausstoß bis 2050 zu halbieren. Auf der UN-Klimakonferenz im September 2009 sichern die USA und China zu, die Treibhausgase zu mindern, machen aber keine konkreten Zusagen. Ab 07.12.09 findet in Kopenhagen der Weltklimagipfel statt. Bis 2012 will die EU jährlich 2,4 Mrd. € für Klimaprojekte in ärmeren Ländern zur Verfügung stellen. Es wird nur ein Minimalziel erreicht (nicht mehr als 2° Erwärmung bis Ende des Jahrzehnts). Die Nachfolgekonferenz fand Ende 2010 im mexikanischen Cancun statt. Ein verheerendes Erdbeben (9 Richterskala, Region um Sendai) und ein nachfolgender Tsunami führen zu einer Katastrophe in Japan. Zehntausende Menschen werden getötet. Hunderttausende sind ohne Wasser, Strom und Heizung. Vier von sechs Atomreaktoren in Fukushima sind betroffen, drei Blöcke drohen zu explodieren (am schlimmsten Block 2, Gefahrenstufe 7). Radioaktives Cäsium, Jod, Plutonium und Strontium werden freigesetzt, da die Kernschmelze eingesetzt hat. Bei Block 2 besteht ein Leck im Kabelschacht des Turbinengehäuses. Auch Nahrungsmittel und Wasser sind belastet (Grundwasser und Meerwasser sehr stark). Die Regierung gibt das Gebiet um Fukushima auf. Die Lage spitzt sich zu (Atomkraftwerk noch zu retten?); die Evakuierungszone wird erweitert. Die Wolke könnte auch Tokio erreichen, wo 35 Mio. Menschen leben. Die Atomdiskussion auf der ganzen Welt verschärft sich. In Deutschland wird ein Moratorium für die Verlängerung der Laufzeiten beschlossen, was zu einer vorläufigen Abschaltung von 7 Reaktoren führt. RWE reicht die Klage ein wegen der Abschaltung von Biblis. Nachbeben in Japan beschädigen weitere Atomkraftwerke. "Höhere Energiepreise in einem einzelnen Land können die Wettbewerbsfähigkeit sogar steigern, weil sie einen Anreiz zur Modernisierung der Wirtschaft darstellen", Dennis L. Meadows (erster Bericht des Club of Rom: Die Grenzen des Wachstums, 1972).

- Deutschland: Der Export schiebt die Konjunktur an (im 1. Quartal 2010 +10,3%, vor allem durch China, Brasilien und Schweden; 1. Quartal 2011 +1,5%, guter Binnenmarkt). Auch sinkende Arbeitslosigkeit und privater Konsum stützen den Aufschwung. Im zweiten Quartal 2010 beträgt das Wirtschaftswachstum 7,8% (2,2% im Vergleich zum 1. Quartal, im 3. Quartal nur noch 0,1%). Mitte 2011 sinkt die Produktion der Firmen. Die Wirtschaft beginnt wieder zu schwächeln. 2012 soll es eine Konjunkturabkühlung geben, keine Rezession (1,25%?). Das Wirtschaftswachstum betrug übers Jahr 2010 noch 3,6% (höchster Wert seit Wiedervereinigung). 2011 wuchs die Wirtschaft um 3%. 2009 ist die Wirtschaft noch um -4,9% geschrumpft (2404 Mrd. € BIP; StBA im Jan. 2010). Der Industrieumsatz hatte mit -17% 2009 den stärksten Rückgang in der Geschichte der Bundesrepublik. 2007 ist die Wirtschaft noch um 2,5 % gewachsen auf 2,42 Billionen € (2,7% 2006, reales BIP, Wachstum 2008 1,3%. Preisanstieg 2011 durchschnittlich 2,3%; 2010 durchschnittlich 1,1% (2009 durchschnittlich 0,4%, geringster Anstieg seit 1987; Preisanstieg 2008 durchschnittlich 2,6%, stärkster Anstieg seit 14 Jahren; 2007 +2,2%; 2006 +1,7%;+2,0% 2005); wieder +1,9% im Januar 2011, im Januar 2012 2,0%; Erzeugerpreise 2011 + 5,7% (Energie, stärkster Anstieg seit 30 Jahren); Großhandelspreise um 5,9% 2010 (höchster Wert seit 30 Jahren) Einfuhrpreise +7,5% im Juli 2011, vor allem Lebensmittel, Rohstoffe und Energie. Sparquote 10,7% (ab Oktober 2011 Rückgang), der Private Konsum stieg um 1,2% 2007. 2009 964 € Exporte, Importe 854 Mrd. € (2008 992,7 Mrd. € Exporte (X), 2007: 970 Mrd. €; 2006: 896 Mrd. €, + 14%); in den vergangenen 10 Jahren haben sich die X in D verdoppelt (Exportquote 47% 2007), die M stiegen um 80%, Importanteil der Exporte: 38,8%; damit belegt D hinter Exportweltmeister China vor den USA Platz zwei (wegen der Wirtschaftskrise hatte D den Titel 2009 verloren, im Januar 2010 brechen die Exporte um -6,3% ein); 75% in Europa; ca. 65% EU; ca. 10% nach Frankreich), Importe (M) 814,5 Mrd. € (770 Mrd. € 2007, 731,7 Mrd. € 2006; Holland, Frankreich, China und USA waren die wichtigsten Importpartner), Handelsüberschuss + 199 Mrd. € (stärkster Überschuss gegenüber USA, Defizit gegenüber China und Japan); 2006 steigen die Importe (+50%, Energie) und Exporte (+25%) nach Russland am stärksten (vom Umfang her ist Polen in Osteuropa wichtiger). Im dritten Quartal 2009 steigen nur die Exporte nach China, alle anderen brechen ein (im ersten Halbjahr 2010 Anstieg um 55,5%). 2011 steigt der Export um 11,4% erstmals über eine Billion (1,06 Bio.). Die Neuverschuldung sollte 2009 bei 10,5 Mrd. € liegen, niedrigstes HH-Defizit seit 1973 ( ursprünglich bis 2011 auf null, nach der Finanzkrise werden es allein 2009 48 Mrd. € (2010 3,3%, dann schrittweise Senkung in 5 Jahren auf den Stand von 2009, schon 2011 1,5%); das Defizitverfahren nach dem Stabilitätspakt wurde 2007 eingestellt; die größten Posten im Etat 2010 (319,5 Mrd. €) sind Arbeit und Soziales (143,2 Mrd. €), Bundesschuld und Verteidigung. 2007 erstmals nach der Wiedervereinigung Haushaltsüberschuss; in der Wirtschaftskrise brechen insbesondere die Steuereinnahmen der Länder und Kommunen ein). Gesamtschuldenquote 2007 noch 67% (1,5 Bio. € 2007, davon Länder 483 Mrd.; EU-Stabilitätskriterium 60%); die Staatsquote liegt bei 46,8%. Durch die Krisen klettert sie 2010 auf 2,08 Billionen € und 83,2%, 2011 sind es 2,027 Billionen €. Die Schattenwirtschaft schrumpft 2011 auf einen Gesamtumsatz von 343 Mrd. € (13,4% des BIP). Die Schattenwirtschaft ging 2008 auf 14,2% des BIP zurück, 2009 wieder 16%. Arbeitsmarkt: im November 2008 niedrigster Stand der Arbeitslosigkeit seit 16 Jahren: 2,98 Mio., Arbeitslosenquote (ALQ; 2009 sollen laut IAB 70% aller Arbeitslosen Langzeitarbeitslose sein) 7,1% (Dezember 2008 saisonal wieder 7,4%, Dezember 2005: 4,6 Mio., 11,1%). Im Dezember 2011 liegt die Zahl der Arbeitslosen bei 2,78 Mio. (6,6%, niedrigste seit Wiedervereinigung); sie steigt dann im Januar 2012 wieder saisonbedingt auf 6,7% (3,082 Mio.). Die Arbeitslosenzahl lag für 2010 im Jahresdurchschnitt bei 3,24 Mio., 2011 bei 2,98 Mio.; 2009 im Jahresdurchschnitt bei 3,423 Mio. Arbeitslosen (West: 2,3; Ost: 1,1). Die Zahl der Erwerbstätigen liegt im Durchschnitt 2011 bei 41,041 Mio. (2008 bei 40,35 Mio.), Anstieg gegenüber 2006 um 1,8 Mio. ( 72,5% im Dienstleistungsgewerbe; neue Jobs vor allem in den Dienstleistungen und beim Bau), die Erwerbsquote beträgt 70% (bis 2050 sind 11 Mio. Menschen weniger im Erwerbsalter). Nach der Weltwirtschaftskrise sinkt die Erwerbstätigen-Zahl 2009 unter 40 Mio. (39,9 Mio.). Die Krise treibt die Arbeitslosenquote, die Schuldenquote und die Sparquote weiter in die Höhe. Es sank seit 2005 stark die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten: -400000, für 2006 gab es erstmals nach längerer Zeit wieder einen Anstieg (+ 317.000, jedes vierte Unternehmen hat bis Ende 2007 neue Stellen schaffen (über 600.000 offene Stellen); seit 2000 ist die Zahl der geringfügig Beschäftigten um 30%, der Teilzeitbeschäftigten um 13% gestiegen, 4,7% aller Beschäftigten hatten 2004 mehr als einen Job; Ende 2010 waren 900.000 Menschen über Zeitarbeitsfirmen (Leiharbeiter) beschäftigt; 2006 sind 155.300 Menschen aus D abgewandert - so viele wie nie - . Die Reallöhne sind in den letzten sechs Jahren um 1,6% gesunken (2004 - 2009), 2006 sind die Nettolöhne real auf niedrigstem Stand seit der Wiedervereinigung; die Arbeitskosten sind 2000 bis 2004 unterproportional angestiegen, mit durchschnittlich 28,5 € pro Arbeitsstunde liegt D 2009 im Mittelfeld in Europa. Am 21. 01. 08 geht der DAX als Folge der Finanzmarktkrise wieder unter 7000 (- 7%). Er hat im Jahre 2008 -40% verloren. Am 06.10.08 kommt es zu einem weiteren Crash (-7%, vorübergehend unter 5000) mit anhaltender Abwärtsbewegung. Im Herbst 2008 nähert er sich immer mehr 4000 nach unten, und stagniert Ende 2008, bis er am 23.02.09 unter 4000 sinkt, sich dann wieder erholt und gegen 5000 geht. Ende 2009 übersteigt er die psychologisch wichtige Marke von 6.000, im Dezember 2010 die Grenze von 7000. Im April 2011 erreicht er wieder ein Dreijahreshoch. Im August 2011 verliert er in einer Woche wieder über 1000 Punkte (Schuldenkrisen), geht sogar wieder unter 6000, bevor er sich wieder erholt (es bleibt aber turbulent, wieder Einbruch von 6% am 18.08.11, 05.09.11 und 23,09. um 5%, sogar zweimal unter 5000, auch 04.10.). Insgesamt besitzen nur noch 3,5 Mio. Deutsche Aktien (niedrigste Quote aller Industrieländer), ausländische Investoren halten 2009 52% an DAX - Aktien (Spitzenreiter Bayer AG mit 82,2%). 370 Mrd. € verloren die 30 DAX-Unternehmen seit dem Höchststand Mitte 2007. Die Bundesregierung richtet einen Schutzschild für alle Banken ein. Die Struktur des deutschen Bankensystems mit dem Geschäftsbankenmodell und den drei Säulen "Private Banken", Öffentlich-rechtliche Banken" und "Genossenschaftliche Banken" trotzt relativ gut der Weltfinanzkrise. Trotzdem müssen auch deutsche Banken gestützt (Landesbanken, Hypo Real Estate) oder verkauft werden zum Schleuderpreis (IKB). Trotzdem erhält die IKB 2009 noch Finanzspritzen. Der Bund übernimmt 2009 die Mehrheit an der Commerzbank, die Deutsche Post wird Großaktionär bei der Deutschen Bank. Es werden 500 Mrd. € als Sicherheit für die Banken zur Verfügung gestellt, um das Vertrauen wiederherzustellen (Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung, Soffin, bis Ende 2009 befristet). Der Interbankenmarkt ist praktisch tot. Die Dienstleistungsbranche überwindet ihre Schwächephase und schafft auch Arbeitsplätze (2007 +450.000, 7,4 Mio. Erwerbstätige), mittlerweile hat die Informationstechnologie - Branche den Maschinenbau an Bedeutung überholt (es fehlen aber 20.000 Experten). Aufgrund der US-Immobilienkrise, des hohen Ölpreises und des starken Dollars ist das Wirtschaftsklima schlechter geworden. Zwei Quartale hintereinander schrumpft das BIP, Deutschland ist in einer Rezession. Konjunkturprogramme der EU und Deutschlands sollen entgegenwirken. Unter anderem sollen Investitionen, vor allem in Infrastruktur, vorgezogen werden. Ein zweites Programm wird für Anfang 2009 bereitgehalten (Verkehrswege, Schulen und Bildung, bis 50 Mrd. € 09/10; die Bundesländer haben noch zusätzlich eigene Programme in Höhe von 9 Mrd. €). Seit März 09 geht der Ifo - Geschäftsklima - Index wieder permanent nach oben. Im Juli 2009 steigen Auftragseingänge und Exporte (2,3%) und Importe an, dieser Trend setzt sich fort (September 09 3,8%). Auch die Stimmung im Mittelstand wird besser (aber weniger Gründungen, mehr Insolvenzen, langsamere Erholung). Niemand schließt aber zur Zeit einen W-Verlauf in naher Zukunft aus (wahrscheinlich U). 2010 bringt eine Erholung, aber keinen richtigen Aufschwung. Der Ifo-Geschäftsklimaindex geht auch mal wieder nach unten. Im Juni 2010 beschließt die Bundesregierung ein Sparpaket, das 80 Mrd. € in vier Jahren bringen soll (Gestaltungsziele fehlen). Im Oktober 2010 folgt ein kleines Steuerpaket: mehr Tabaksteuer, weniger Ökosteuer. "Ich weiß, dass die Deutschen stolz darauf sind, dass sie Exportweltmeister sind. Aber das macht sie sehr anfällig für wirtschaftliche Schwierigkeiten im Rest der Welt", Jim O´Neill, Chefvolkswirt der US-Investmentbank Goldman Sachs.

- Die Europäische Union (vgl. auch EU) steht im Herbst 2011 am Rande einer Rezession. Wegen der Schuldenkrise traut die EU-Kommission den 17 Euroländern 2012 nur noch 0,5% Wachstum zu. Die EU hatte 2009 ein Wachstum von -4 % (2008 von 1,0%, 2006 2,8 %, Eurozone: 2,7%, 2010: 1,8% EU). 2011 wächst die Wirtschaft kaum noch (1,6%?). Die Arbeitslosenquote lag 2009 bei 8,5%, die durchschnittliche Inflationsrate betrug in der EU 2008 2,0% (Spanien mit 4,3% am höchsten); im November 2009 0,6% (erstmals Anstieg seit längerer Zeit; Juni 08 betrug sie noch 4%, Juni 2009 -0,1%, im September 2011 steigt sie auf 3,0% (beharrt hier im Oktober), Erzeugerpreise aber 5,3%), die Arbeitslosenquote lag bei 9,5% im Mai 09. Das Haushaltsdefizit der EU betrug 2009 -6,8% (2010: -7,2, 2011 -6,5%). Europa ist stark von dem Strudel der US-Krise betroffen. In Österreich und Finnland entwickelt sich 2011 wie in Deutschland die Konjunktur sehr positiv. Zum 01.01.2010 hatten die 27 EU-Staaten erstmals mehr als eine halbe Milliarde Menschen. Deutschland ist größter Nettozahler (zahlte 2008 7,8 Mrd. € mehr ein als es bekam, trägt 19,6% aller Beitragszahlungen, die sich nach dem BIP richten). Ca. ein Drittel allen EU-Extrahandels geht auf Deutschland zurück. Die Pläne der EU, eine eigene Steuer einzuführen, lässt sich nicht durchsetzen. Italien entwickelt sich zum Sorgenkind in Euroland und koppelt sich vom Wachstum in der EU und in der Welt ab (größtes Problem stellen die hohen Lohnstückkosten dar, Schlusslicht von den 30 führenden Industrieländern bei der Wettbewerbsfähigkeit). Es gerät in eine Stagflation. Folge sind 1,9 Billionen Schulden (120%) und eine Herabstufung durch S&P zu A. Italien muss ein Sparpaket machen. In Großbritannien zeigen sich Mitte 2009 zwar positive Signale für die Wirtschaft (-4,75% 2009, +0,9% 2010), aber die Rezession hält an (Haushaltsdefizit 2010 -12,9%, ALQ 2009 8 %) . Eine höhere Sparquote der privaten Haushalte schnürte dem bedeutenden Dienstleistungssektor den Hals ab. 2010 droht GB ein ähnliches Schuldendesaster wie Griechenland. Das Pfund stürzt ab, die Arbeitslosenzahlen steigen stark an, das Wachstum ist mau. GB steht auch 2012 am Rande einer Rezession. In Frankreich wächst die Wirtschaft nur mäßig und erreicht ein Rekord-Handelsdefizit, die Probleme wachsen insgesamt. Das Haushaltsdefizit beträgt 2009 -7%, 2010 -8,2% (2013 will man wieder auf 3,0% kommen). Die Jugendarbeitslosigkeit ist sehr hoch (23%). 2012 soll ein Reformpaket kommen (Erhöhung Mehrwertsteuer, Senkung Sozialabgaben, Finanztransaktionssteuer). In Spanien bricht der Immobilienmarkt 2007 ein, auch der Baubereich sinkt rapide. Damit beginnt eine Wirtschaftskrise. der Arbeitsmarkt funktioniert nicht richtig. Im Jahre 2009 gab es 19% Arbeitslosenquote (2010 bei 20%), negativ ist auch das enorm hohe Außenhandelsdefizit mit 10% des BIP. Das BIP ist auf Talfahrt. Den Sparkassen steht das Wasser bis zum Hals, alle Banken sind angeschlagen (16,5% des Geldes der EZB). Mehr als 20% der Spanier rutschen 2011 unter die Armutsgrenze. Hollands Wirtschaft hat die schwere Rezession von 2003 endgültig überwunden und boomt ab 2006. In den skandinavischen Mitgliedsländern boomt die Wirtschaft nach frühzeitiger Liberalisierung trotz hoher Staatsquote und hoher Steuern (z. B. Schweden: Wachstum +4,7% 2006). Polens Wirtschaft profitiert erheblich von der Mitgliedschaft: Wachstum 2006 5,8%. In Irland bricht die Industrieproduktion wegen der hohen Exportabhängigkeit von 47% mit -12,3 % am stärksten ein. Die Arbeitslosigkeit steigt 2009 auf 10%, der Haushaltssaldo auf -11%. Aber die Iren stimmen dem Lissabon-Vertrag der EU zu. 2010 wird es schwierig die hohen Schulden zurückzuzahlen. Griechenland steht Ende 2009 vor der Staatspleite (135% Staatsverschuldung, 12,7% HH-Defizit, 24.003 € pro Einwohner, ALQ 9,3%). Die EU stellt 2010 die Haushaltspolitik Griechenlands unter Aufsicht und macht konkrete Auflagen (letzte Stufe des Defizitverfahrens, bis 2012 HH-Defizit von 13,6% auf unter 3%). Die Euro-Zone wird Griechenland Hilfen geben (IWF 30 Mrd. €, EU 80 Mrd. €, davon D 22,4 Mrd. €, 2010 110 Mrd. € Finanzbedarf). Eine Euro-Anleihe mit 5 Mrd. € kann im März erfolgreich platziert werden. Im Mai muss die EU eine Nothilfe von 80 Mrd. € (bei Standard & Poor`s verliert es seine Kreditwürdigkeit) für den Bedarfsfall bereitstellen. Die wirtschaftlichen Rahmendaten sind katastrophal (2010: Wachstum -4,5%, ALQ 12,6%, Gesamtverschuldung 143%, Neuverschuldung 10,5%). Auch anderen europäischen Staaten wie Portugal, Spanien und Italien (120% Verschuldung) drohen Risikoaufschläge bei ihren Staatsanleihen. Portugal kann seinen Staatshaushalt nicht finanzieren und schockt die Finanzmärkte (Herabstufung der Bonität durch Fitch und Standard & Poor`s). Im April 2011 muss das Land unter den Rettungsschirm. Das Land steckt auch tief in der Rezession fest. Schuldenprobleme haben auch Lettland, Irland und besonders Ungarn. In Irland steigen die Gesamtschulden von 25 auf 75% durch die Bankenrettung (auch deutsche Banken sind mit durchschnittlich 20% beteiligt). Im Mai 2010 muss die EU einen Stabilisierungsmechanismus einrichten mit 750 Mrd. €. Polen hatte mit 1,7% als einziges EU-Land 2009 eine positive Wachstumsrate; gefährdet aber durch die Aufwertung des Zloty den Aufschwung. Im EU-Budget steckt wegen falscher Prioritäten (Landwirtschaft mit Anteil von 43%, Struktur- und Regionalhilfen 35,6%) immer ein Sprengsatz. Die Agrarsubventionen werden so im Nov. 08 umgeschichtet. Nach der Finanzkrise 2008 legt die EU ein Konjunkturprogramm in Höhe von 200 Mrd. € auf. Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien fahren auch eigene Programme. Dabei taucht immer wieder der Vorwurf des Protektionismus auf (vor allem gegen Frankreich). Nach dem Sozialbericht der EU sind 19 Mio. Kinder - jedes fünfte - von Armut bedroht. Die Agrar-Importzölle sollen auf Druck der WTO und der USA um über 47% gesenkt werden; die EU, USA und Kanada wollen China vor der WTO verklagen, um den Autoproduzenten einen leichteren Zugang zum chinesischen Markt zu verschaffen (unzulässige Importzölle); die EU-Kommission (Regierung der EU, Kommissionspräsident Barroso und 27 Kommissare) verhängt ab Herbst 2006 die nächsten fünf Jahre Schutzzölle auf Billigschuh-Importe aus China (16,5%) und Vietnam (10%, fast 2/3 der Schuhimporte kommen aus diesen Ländern, Verlängerung Herbst 2008 wegen Subventionsvorwurf). Ab April 2011 laufen diese Zölle aus. Bei chinesischen Bügelbrettherstellern sollen Strafzölle vermieden werden. Ende 2007 laufen Import-Quoten für bestimmte Kleidungsarten aus China aus und werden verlängert. Die EU droht China wegen gesundheitsgefährdender Produkte mit einem Einfuhrverbot für bestimmte Güter (Spielzeug, Zahnpasta, Medikamente). Sie erwägt auch auf Druck der europäischen Stahlkonzerne Anti-Dumping-Verfahren gegen chinesische Stahlunternehmen (wenig Aussicht auf Erfolg, da Produktion unter Herstellungskosten nachgewiesen werden muss; eher Schutzzölle). Im Ende September 2008 erlässt die EU ein Importverbot für chinesische Milchprodukte. Wegen des Importverbots für amerikanisches Geflügel kommt es zum Streit mit den USA. Im September 2009 verhängt die EU Strafzölle auf Alufolie und nahtlose Stahlrohre(17,7 bzw. 39,2%). Es droht ein Handelskrieg. Im Oktober 2009 schließt die EU ein Freihandelsabkommen mit Südkorea, das am 01.07.2011 in Kraft tritt. Ab 1. Juli 2012 verhängt die EU ein Ölembargo gegen den Iran. Die verbindlichen Umwelt- und Sozialstandards haben Modellcharakter. Ende 2010 schließt die EU ein Zollabkommen mit Russland. Rumänien und Bulgarien wurden ab 01. 01. 2007 Mitglieder (mit Schutzklauseln). Ab 2012 wird Kroatien das 28. Mitglied. Auf dem Gipfeltreffen der EU im Juni 2007 in Brüssel wurde ein neuer EU-Vertrag ausgehandelt: "hoher Vertreter" für Außen- und Sicherheitspolitik, Einführung des Euro für alle EU-Länder, größere Rolle des Europaparlaments, neue Stimmengewichtung nach der Bevölkerungszahl ab 2014. EU-Handelskommissar Mandelson will mit goldenen Aktien (besondere Privilegien, Vetorecht) unerwünschte Investoren (staatliche Fonds aus Russland, China, Arabien) aussperren. Der Europäische Gerichtshof bestätigt, dass Microsoft der Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung eine halbe Milliarde Euro kostet. Das Urteil hat große Konsequenzen für den Kampf gegen multinationale Unternehmen weltweit; es ist ein Sieg für die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. Am 14.01.08 hat die EU zwei weitere Verfahren eingeleitet. Sie führen im Februar 2008 zu einer weiteren Kartellstrafe in Höhe von 899 Mio. €. 2009 muss Microsoft den Zugang alternativer Browser erleichtern. Der EU-Vertrag von Lissabon ist bei der Volksabstimmung in Irland im Juni 2008 gescheitert; die EU gerät in eine Krise. Anfang März 2009 treffen sich die Staats- und Regierungschefs der EU zu einem Sondergipfel in Brüssel. Es geht um Osteuropa und die Hilfen für die Autoindustrie. Osteuropa bekommt 100 Mrd. $ aus Mitteln des IWF. Die Wirtschaft der 10 osteuropäischen EU-Mitglieder bricht ein. Es ist eine Grundsatzfrage, ob verschuldeten Mitgliedstaaten die Last gemildert werden soll. 2009 wird das EU-Kartellrecht verschärft: Schadensersatzklagen nach US-Vorbild sollen erlaubt werden. Nach einer Prognose der EU-Kommission dauert die Wirtschaftskrise bis Mitte 2010. Die Wirtschaft soll 2009 um 4% schrumpfen, die Arbeitslosenquote soll auf 11% ansteigen. Ab Juni 2009 verliert der Abschwung in der Eurozone an Tempo, im November bessert sich das Wirtschaftsklima schon stark. Die Krise trifft die exportstärksten Länder noch härter. Die EU-Kommission will die Bankenaufsicht und ein Früh-Warnsystem aufbauen. Großbritannien ist dagegen. Der Krisenmechanismus der EU (Rettungsschirm) wird ab 2013 dauerhaft. Es soll eine "Wirtschaftsregierung" in der Euro-Zone entstehen. Dem EFSF wird Ende September 2011 vom Bundestag zugestimmt. Die erste europäische Hochkultur war die der Minoer auf Kreta in Knossos vor über 4000 Jahren. Nach der Mythologie entführte Zeus die phönizische Prinzessin Europa dorthin. Von da kommt der Name "Europa". "Europa, das ist ein Kompromiss", Nicolas Sarkozy.

- Der EURO (€, mittlerweile weltweit führende Bargeldwährung) ist 2011 stark von den Schuldenkrisen und der Situation in den USA beeinflusst. Er befand sich im ersten Halbjahr2010 in einer Abwertungsphase, danach in einer Aufwertung. 2008 kletterte er auf Rekordhöhe (das sinkende Interesse Chinas an Dollar-Anleihen, der Russische Ausbau der Euro-Reserven, der sinkende Abstand zu den US-Zinsen und die schlechten US-Konjunkturdaten werten den € weiter auf; 1,6019 war am 22.04.08 der Höchststand; Allzeit - Tief: 0,8252$ Ende 2000, bei Einführung 1,18 $; jetzt pendelt er um 1,32 (vorher mit 1,19 niedrigster Stand seit 4 Jahren). Die Griechenlandkrise (Überschuldung, Rückstufung durch Rating - Agenturen, auch Irland und Portugal) und Spekulationen im Zusammenhang damit (vor allem mit CDS, Rückkehr zur Drachme) schwächten den Euro und führten zum vorübergehenden Absturz. Der Schweizer Franken wird dadurch zum Ersatz des Euro und aufgewertet. Die Griechenland-Sorgen belasten auch die Börsen, einige Experten erwarten eine Umschuldung. Allerdings werden schätzungsweise schon 85% aller deutschen Exporte in Euro abgerechnet. Der Euro ist Zahlungsmittel für 318 Mio. Menschen und macht über 25% der weltweiten Devisenreserven aus. Der Preisauftrieb lag im Juli 2008 bei 4,1%, das ist der höchste Wert seit Einführung der Statistik 1997 (angestrebt werden 2%). Im September 2009 ist er auf -0,3% gesunken. Im Mai 2010 lagen die Verbraucherpreise wieder bei 1,5% Anstieg, Juli 2011 um 2,5% in den Euroländern. Als Handelsreaktion auf die Wirtschaftskrise sind die Preise 2009 im Sinkflug. Im Juni in der Eurozone sogar ein Minus von 0,1%. Die EZB macht eine Erhöhung des Leitzinses zum 03.Juli 2008 auf 4,25% (neunte Erhöhung in Folge; höchster Stand seit 7 Jahren); denn die Geldmenge ist mit einer Jahresrate von 12,3% (M3,2007) angewachsen. Der Zinssenkungsdruck wächst 2008, aber die Inflation wird von der EZB als zu riskant eingeschätzt (Zielkonflikt zwischen Wirtschaftswachstum und Preisstabilität). Mit der Finanzkrise muss der Leitzins zuerst auf 3,25% gesenkt werden, am 04.12.08 auf 2,5% und am 15.01.09 auf 2,0%. Die vorletzte Senkung erfolgt am 05.03.09 auf 1,5%. Am 02.04.09 wird mit 1,25% sogar ein Rekordtief erreicht, das am 06.05.09 mit 1,0% noch übertroffen wird. Ende 2009 kündigt die Notenbank ein Ende der extraexpansiven Geldpolitik an (Experten rechnen bis Ende 2010 nicht mit einer Erhöhung). Die Erhöhung kommt am 07. April 2011 auf 1,25% (erste Zentralbank im Westen). Am 07. Juli 2011 wird weiter auf 1,5% erhöht gegen die Inflation. Um Investitionen anzuregen, wird er am 03.11.11 wieder auf 1,25% gesenkt. Dann am 08.12.11 auf 1,0%. Der britische Leitzins wurde zuerst auf 5,75% erhöht, um die Inflation (3,8%) zu dämpfen und den Immobilienmarkt zu beruhigen. Dann wurde er mehrmals gesenkt auf zuletzt 0,5%, weil Großbritannien vor einer Wirtschaftsflaute steht (Stagflation, auch Krise am Immobilienmarkt, starke Abwertung des Pfund, nur noch 1 €). Außerdem wird im April 2008 ein Hilfspaket in Höhe von 63 Mrd. € für die Banken aufgelegt, dem Anfang 2009 ein zweites folgt. Nach der Pleite von Lehman Brothers noch mal 30 Mrd. €. Außerdem kauf die EZB Unternehmensanleihen in Höhe von 60 Mrd. € auf. Frankreich will die EZB stärker politisch beeinflussen und widersetzt sich dem Stabilitätspakt. Die EZB baut für 500 Mio. € ein neues Gebäude in Frankfurt (Großmarktgelände im Ostend). Die EZB gibt innerhalb eines Jahres 72 t Gold auf den Markt. Die wachsende Kluft in der Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der Währungsunion führt zu Spannungen. Die Deutsche Bundesbank wird erheblich verkleinert (-6000 Stellen bis 2012, Vorstand -2). Der Bundesbankgewinn lag für 2007 bei 4,3 Mrd. €, 2008 bei 6,3 Mrd. €. Sie hat Gold im Wert von 62 Mrd. € (3400 t, zweithöchster Bestand nach den USA). 2009 hatte die EZB einen Überschuss von 2,2 Mrd. €. Genauso hoch ist er auch 2010. Slowenien hat ab 01. 01. 2007 den Euro bekommen; Malta und Zypern folgten ab 01. 01. 2008, die Slowakei am 01.01. 2009. Estland erhält ab dem 01.01.2011 den Euro (eine der niedrigsten Staatsverschuldungen). Der EU-Währungskommissar leitet gegen sechs Länder ein Defizitverfahren ein. Europa überholt die USA als wichtigsten Kapitalmarkt der Welt (den höchsten Umsatz hatte 2006 der London Stock Exchange). Mit mehreren Geldspritzen versucht die EZB, die Finanzmärkte zu beruhigen (über 150 Mrd. € allein 2008; die Fed tut das gleiche, zuletzt 2008 250 Mrd. $ ohne das Rettungspaket von 800 Mrd. $), um die Liquidität zu sichern (Risikostreuung). Die Schweizer Nationalbank, die Bank von England (insgesamt 222 Mrd. €) und die Bank von Kanada ziehen mehrmals nach. Die Zentralbanken stocken ihre Dollarliquidität massiv mit Devisen-Swaps. Die mehrfache Zinssenkung in den USA führt vorerst zu einer Beruhigung der Finanzmärkte. Trotzdem müssen auch im Euroraum Banken durch Bürgschaften gestützt (Hypo Real Estate) oder verstaatlicht werden (Fortis, B&B). Einen EU-Fonds nach US-Vorbild hat es nicht gegeben, auch keine Schuldverschreibungen. Da bei den Zinsen nach unten kaum noch Luft ist, will die EZB Pfandbriefe kaufen, um dem Finanzmarkt zusätzliche liquide Mittel (60 Mrd. €) zur Verfügung zu stellen. Seit Beginn der Finanzkrise im Juni 2007 ist durch die Liquiditätshilfen die Bilanzsumme der EZB um 900 Mrd. € auf 2,4 Billionen angestiegen. Ende 2010 verdoppelt die EZB ihr Grundkapital. Die osteuropäischen Kandidaten für die Euro-Zone (Lettland, Litauen, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Polen) müssen sich auf eine härtere Prüfung durch die EZB einstellen. Die EU will in Anbetracht der Schuldenkrisen in einigen Ländern einen Europäischen Währungsfonds einrichten (Instrument der Stabilisierung mit Durchgriffsrechten auf nationale Etatpolitik, die Bundesbank ist dagegen). Es wird 2010 ein Notfallplan für Griechenland erarbeitet (IWF, bilateral). Es ist wohl auch eine stärkere Abstimmung der Wirtschaftspolitik in Europa notwendig. Im Mai 2010 wird ein Stabilisierungsmechanismus (750 Mrd. €) eingerichtet, der insbesondere Spekulationen gegen den Euro verhindern soll. Die EZB muss Mitte 2011 immer mehr Staatsanleihen kaufen, um die Schuldenkrise zu entschärfen. Das Gesamtvolumen stieg auf 96 Mrd. €. Sie gibt auch mehr Geld in den Markt (Tender). Für Island eröffnet die EU Mitte 2010 Beitrittsgespräche. Im Herbst 2011 löst Mario Draghi J. - C. Trichet als EZB-Präsident ab. Ende 2011 wird auf drei Jahre unbeschränkte Liquidität zur Verfügung gestellt (490 Mrd. €, 1%). "Ich will die Zentralbank nicht an die Kandare nehmen. Aber sie kann sich abschminken, dass sie alleine für die Wechselkurspolitik verantwortlich ist", J. - C. Juncker, Vorsitzender der Euro - Gruppe über die EZB 2010.
Davos (Graubünden, Schweiz, ca. 2000 m hoch), ehemaliges Sanatorium auf dem "Zauberberg"
(in Wirklichkeit Schatzalp) von Thomas Mann (Titel seines berühmten Buches). Der Ort steht für
saubere und gesunde Luft. Im Kongresszentrum
von Davos findet jährlich Ende Januar das World Economic Forum statt, wo die
ökonomische Elite der Welt sich trifft. Mit dem
World Radiation Center verfügt Davos über eine wichtige Umweltinstitution.
"Nicht nur der Humanismus, - Humanität überhaupt, alle
Menschenwürde, Menschenverachtung und menschliche Selbstachtung sei untrennbar
mit dem Worte, mit Literatur verbunden", Setembrini in T. Mann, Der Zauberberg,
Frankfurt 1999, S.221f.
- Vietnam trat Anfang November 2006 der WTO (World Trade Organisation, 152 Mitgliedsstaaten, Budget 129 Mio.$ 2005, Pascal Lamy ist WTO-Direktor, die Global Government - Institutionen sind auch bei der Außenwirtschaft beschrieben) bei, Russland ist nach einer Einigung mit den USA im November 2006 auf dem Sprung (Beitritt Ende 2011 nach 18 Jahren Verhandlung). Die USA und die EU bringen den Streit um Exportsubventionen für Boing/Airbus vor den Schiedsausschuss der WTO. 2010 fällt ein Schiedsspruch. Beide Seiten fühlen sich als Sieger. Die EU legt Widerspruch ein (teuerste Handelsstreit der Geschichte). 2011 wird die USA für ihre Hilfen an boing gerügt. Die USA verhängen auch Textilimportquoten gegen China, die EU einigt sich nach Importbeschränkungen mit China (Anfang September): die Hälfte der betroffenen Waren wird übernommen, die andere Hälfte für 2006 angerechnet, die Auswirkungen auf die Textilindustrie in Bangladesch und Marokko z. B. sind wesentlich dramatischer als auf Italien, Frankreich u. a.; die WTO untersagt der EU, ihre Bananen-Importzölle für südamerikanische Bananen zu verdreifachen. Die USA siegen im Bananen-Streit mit der EU: Die Bevorzugung der AKP-Staaten bei den Zöllen ist nicht zulässig. Die WTO gibt den USA recht im Streit um die Zulassung von Gen-Nahrung. Die Verhandlungen zur Liberalisierung des Welthandels scheitern vorerst auf Ministerebene im Juli 2006 in Genf (Doha-Runde), an Bedeutung gewinnen regionale Handelsabkommen. Dem Agrarsektor kommt eine Schlüsselrolle zu. Mitte Dezember (13. -18.) fand eine Sitzung in Hongkong statt, auf der die AKP-Staaten (meist ehemalige Kolonien) einen Ausgleich bekamen. Ein Punkt war die Deregulierung des globalen Zuckermarktes. Beschlüsse sind u. a.: bis 2013 sollen die Exportsubventionen schrittweise wegfallen, die höchsten Zölle in den Industrieländern sollen fallen, wobei die ärmsten Entwicklungsländer bis 2008 freien Zugang erreicht haben sollen. EU, USA, EL und Schwellenländer einigen sich im Januar in Davos auf eine Wiederaufnahme der Gespräche der Welthandelsrunde. Ein Kompromisspapier 2008 aus Kanada bevorzugt die Schwellenländer bei Industriezöllen: Flexibilitäten sollen für mehr als 10% aller Produkte gelten. Auf einer Konferenz am 19.05. 2008 in Genf soll die Doha-Runde gerettet werden (Einfuhrzölle mit einem Volumen von 300 Mrd. Dollar halbieren). Die USA bereiten ein Gesetz für die WTO vor, das eine Klage bei künstlich unterbewerteten Währungen (Yuan) ermöglicht. Mitte 2007 schalten die USA wieder die WTO ein, um zu klären, ob die Exportüberschüsse Chinas mit den USA durch Subventionen verzerrt sind. Die Ukraine wird Vollmitglied. Im Sommer 2008 scheitert die Welthandelskonferenz. Die 153 Staaten können sich nicht auf ein neues Regelwerk einigen. Der Weg geht wohl Richtung zweiseitige Handelsverträge. Egoismus der Nationen und Sorgen vor der Globalisierung sind die Ursachen (USA will Agrarprodukte ungehindert exportieren, aber keine Subventionen abbauen, Japan will ungehindert Autos exportieren, aber Reisimporte beschränken). Ende 2008 soll ein Neuanlauf zur Rettung der Doha-Runde unternommen werden. Die EU und die USA bringen 2009 die chinesischen Exportzölle für Rohstoffe vor die WTO. Im Herbst 2009 erheben die USA Strafzölle (35%) auf Reifenimporte aus China, das den Fall vor die WTO bringt und mit Strafzöllen bei Hühnerimporten kontert. Ende 2010 droht ein Handelsstreit zwischen China und den USA, weil China die Exporte Seltener Erden weiter drosselt. Pro Jahr kommt es etwa zu 120 Verstößen gegen das Freihandelsbekenntnis. 2009 kommt es nach der Finanz- und Weltwirtschaftskrise zu einem Rückgang des Welthandels um -12% (im Vergleich zum Vorjahr). Vor der WTO liegt auch eine Beschwerde der EU über einen US-Tankerauftrag vor. Die Doha-Runde ist definitiv zwischen Intensivstation und Krematorium", Kamal Nath, Indiens Handelsminister.
- Der IWF (Internationale Währungsfond,185 Mitgliedsländer, Chef: C. Lagarde, Vize: J. Lipsky, Chefvolkswirt: Olivier Blanchard ab 2008, Stimmanteile: USA 17, Japan & D 6, Frankreich 5) schätzt das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr 2010 bei 4,0%; viele Länder fordern eine Änderung der Stimmrechte. Die USA und die EU müssen auf mittlere Sicht ihre Quoten verringern. Der Lenkungsausschuss unter Vorsitz von Brown empfiehlt eine dahingehende Reform. Bei den Schwellenländern sollen die Stimmrechte mehr der Wirtschaftskraft (BIP) und der Offenheit entsprechen (umstritten ist die Gewichtung). Im Herbst 2006 wurden schon die Stimmanteile von China, Mexiko, Süd-Korea und der Türkei angehoben. Man arbeitet an einer Formel , in die die Faktoren BIP, Währungsreserven und Außenhandel eines Landes eingehen. Die Entwicklungsländer (G24) sollen mehr Stimmrechte und Kapitalanteile bekommen. Der IWF sieht große Gefahren für die Weltwirtschaft, wenn im Ausland investiertes Geld nach Japan zurückfließt (Yen-Geschäfte mit Carry Trade). Im Herbst 2007 erhöht der IWF seinen Druck auf China, seine Währung aufzuwerten (dies geschieht in der Folge in ganz kleinen Schritten). Der IWF arbeitet an einem Verhaltenskodex für Staatsfonds. Der IWF muss stärker der Frage nachgehen, wie das Finanzsystem die reale Wirtschaft beeinflusst. Er warnt 2008 eindringlich vor den Folgen des starken Anstiegs der Lebensmittelpreise. Die betroffenen Länder versuchen mit Subventionen, Preiskontrollen, Exportsperren und Auflösung von Reserven zu helfen. Der IWF hilft Island mit 1,7 Mrd. $ in der Finanzkrise. Auch die Ukraine, Ungarn und Pakistan leihen sich Geld (insgesamt 42 Mrd. $). Danach folgt ein Krisenkredit (17,1 Mrd. $) an Rumänien. Auf der Frühjahrs - Tagung 2009 geht es um die Folgen der Weltwirtschaftskrise. Ende 2009 verkauft der IWF ein Achtel seiner Goldreserven (403,3 t), um Kredite an arme Länder geben zu können. Auf der Konferenz in Istanbul im Oktober 2009 fordert der IWF mehr Einfluss auf den Finanzbereich. Die Jahrestagung des IWF im Oktober 2010 im südkoreanischen Gyeongju bringt keine Lösung im Wechselkursstreit. Insbesondere die USA und China haben einen Konflikt um den Kurs des Yuan (allerdings ist der Dollarkurs auch Folge der lockeren Geldpolitik). Abwertungswettläufe sollen vermieden werden. Im Herbst 2011 fordert der IWF Konjunkturprogramme, um die Weltwirtschaftskrise zu verhindern. Auf der Jahrestagung von IWF und Weltbank im Herbst 2011 in Washington geht es um die Schuldenproblematik (insbesondere in der EU) und um Konjunkturprogramme Ende September 2005 einigten sich Weltbank (Chef: R. Zoellick, für die Bank arbeiten mehr als 10.000 Menschen in 186 Ländern) und IWF auf einen Schuldenerlass von 40 Milliarden $ über 40 Jahre. Auf der Jahrestagung im September 2006 geht es um die globalen Ungleichgewichte. Die Weltbank kritisiert die Vergabe von Krediten durch China an afrikanische Entwicklungsländer aus Gründen des Rohstoffbedarfs ohne Bedingungen. Heute sind die Kredite der Weltbank insgesamt weniger gefragt, weil sie von reichen Ländern ohne "Conditionality" zu bekommen sind. Deshalb soll die Bank mehr zu einem Beratungsinstitut werden. 2008 wird mit Justin Lin Yifu erstmals ein Chinese Chefökonom der Weltbank. 2008 stellt sie armen Ländern 1,2 Mrd. $ zur Verfügung als Ausgleich für die steigenden Nahrungsmittel- und Treibstoffpreise. Die 49 ärmsten Länder leiden besonders stark unter der globalen Wirtschaftskrise (2009 sind die Exporterlöse um 27 Mrd. $ eingebrochen). 2010 werden die Stimmenverhältnisse geändert, die Schwellenländer bekommen höhere Anteile (Kapitalerhöhung, China verdrängt Deutschland vom dritten Platz). Im Sommer 2010 gibt die Weltbank 700 Mio. € für die Flutkatastrophe in Pakistan. Nach der BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Basel: "Zentralbank der Zentralbanken", fördert die internationale Zusammenarbeit im Währungs- und Finanzbereich, gegründet 1930, hilft auch bei der Verwaltung der Währungsreserven; Generaldirektor Jaime Caruana, Chefvolkswirt: Stephen Cecchetti) haben sich die Devisenreserven 2006 weltweit verdoppelt. Hervorzuheben sind die Steigerungen bei Russland, Brasilien und Indien. 2010 warnt die BIZ vor einer globalen Schuldenkrise, Mitte 2010 vor einer erneuten Finanzkrise. "America first", R. Zoelick, Weltbankchef.
Die G-8-Staaten (sieben wichtigsten Industriestaaten + Russland, ca. 2/3 des Weltinlandsprodukts, ca. 1/2 des Welthandels) beschließen eine Verdopplung der Entwicklungshilfe für Afrika; sie trafen sich vom15. - 17. Juli 2006 in St. Petersburg (Krise im Nahen Osten, Irans Atompolitik, Öl- und Gaslieferungen als politische Waffe); Deutschland übernahm 2007 den Vorsitz und setzte sich besonders für eine Kontrolle der Hedge-Fonds ein. Die G-7 berieten im Februar 2007 in Essen über neue Regeln für Hedge-Fonds. Es ging auch um die Yen-Schwäche. China nahm auch teil. Im Februar 2008 in Tokio ging es wieder um die internationalen Finanzmärkte: Finanzkrise, Bankenaufsicht, Staatsfonds (Kodex), Reform des IWF. Vom 06. bis 08. 06. 2007 fand der G8-Gipfel in Heiligendamm statt. Vom 7. - 9. Juli 2008 findet der nächste Gipfel in Japan auf Hokkaido statt (Toya-Nationalpark bei Sapporo). Es soll auch über den hohen Ölpreis beraten werden (koordinierte Aktion., mehr Transparenz). Weitere Themen sind der Umweltschutz und die Armut in Afrika. Im April 2008 beschließen die G7 ein Aktionsbündel gegen die weltweite Finanzkrise (Verbesserung der Bankenaufsicht). Die Umweltministerkonferenz der G-8 in Potsdam im März 2007 bezog auch die Schwellenländer ein. Japan übernahm 2008 den Vorsitz. Auf dem G7 - Treffen im April 2009 sehen die Finanzminister erste Anzeichen für einen Aufschwung. Das G8-Treffen (+ 5 wichtigste Schwellenländer) in Italien (L´Aquila) im Juli 2009 hat den Klimaschutz zum Kernthema (Vorbereitung der Klima-Konferenz in Kopenhagen). Die ärmsten Entwicklungsländer sollen in den nächsten drei Jahren 15,1 Mrd. € zusätzlich bekommen. Im Februar 2010 treffen sich in der kanadischen Arktis die Finanzminister und Notenbankchefs der G7, um über Finanzmarktreformen zu beraten. Es geht auch um die Schuldenkrise in der EU. Im Juni wird das Treffen mit dem G20-Treffen in Toronto verbunden, die Finanztransaktionsteuer wird abgelehnt. Im Mai 2011 geht es im französischen Deauville um einen Stresstest für Atomkraftwerke (Vorbild EU) und um Hilfen für Nordafrika. Im September 2011 stehen die Schuldenkrisen im Vordergrund. Die G-20 Staaten (wichtigste Industrie- und Schwellenländer, G8+11 IL, SL, sonstige EU-L., Gastländer, informelles Forum, Konsens-Prinzip, seit 1999, zwei Drittel der Weltbevölkerung, 85% der Weltwirtschaftsleistung) trafen sich erstmals im November 2006 in Melbourne. Es ging gegen wachsenden Protektionismus bei Handel und Investitionen. 2008 wird dieses Forum Träger der Finanzfragen und der Finanzkrise. Vom 01.04.09 an kommt es zu einem Gipfel in London. Folgende Punkte werden beschlossen: Austrocknung der Steueroasen, Verbesserung der Finanzaufsicht (Kontrolle der Hedge-Fonds), Finanzmarktstabilisierung, Aufstockung der Mittel des IWF (1 Billion $sofort, 5 bis 2010), Begrenzung der Gehälter der Bankmanager. Das Forum wird 2009 zu einer ständigen Einrichtung. Auf dem Gipfel in Pittsburgh Ende September 2009 werden konkrete Maßnahmen zur Regulierung der Finanzmärkte beschlossen (Vorbereitung auf dem Finanzministertreffen in London 09.09.). Im November 2009 findet ein Treffen im schottischen St Andrews statt. Am 04.06.10 wird wird in Süd-Korea weiter über Finanzmarktregulierung beraten. Ende Juni findet ein Treffen in Toronto statt: Es geht um die Bankenabgabe und die Finanzmarkttransaktionsteuer. In einem vorhergehenden Brief plädiert Obama (mit Unterstützung von P. Krugman) für neue staatliche Konjunkturprogramme. Allerdings setzt sich das Sparen durch (bis 2013 Schulden halbieren). Die Finanzmarktreform wird auf die nächste Sitzung in Seoul vertagt. Dort trifft man sich im Oktober 2010: die USA wollen die anderen Staaten zu einer Ausweitung der Binnennachfrage durch Steuersenkungen bewegen. Deutschland warnt vor Planwirtschaft. Reform des IWF: China und Indien bekommen mehr Anteile. Auf der Konferenz Ende 2010 in Seoul steht der Streit um Währungspolitik und Handelsbilanzen im Mittelpunkt. Man einigt sich auf eine Bankenrücklage für Krisenfälle. Im Oktober 2011 findet das nächste Treffen statt. Es geht um die Eurokrise. Brasilien und China wollen mehr Mittel für den IWF bereitstellen, USA und Deutschland nicht. Banken sollen notfalls mit Zwang rekapitalisiert werden. Im November 2011 in Cannes stehen die globalen Finanzmärkte im Mittelpunkt (Erhöhung des Eigenkapitals bei 29 systemrelevanten Banken). Die 27 OECD-Staaten (Generalsekretär: Jose´Angel Gurria, Mexiko) gaben 2005 349 Mrd. $ Produktions- und Exportsubventionen für landwirtschaftliche Produkte. Die OECD fordert 2008 anlässlich des Welternährungsgipfels in Rom eine "weltweite Sozialhilfe". Die G20 einigen sich im November 2008 in Washington auf neue Grundprinzipien einer Internationalen Finanzordnung. Als erstes großes Industrieland erhöht Australien im Oktober 2009 wieder den Leitzins (3,25%). Taiwan und Korea wollen folgen. Die Länder kommen am schnellsten aus der Krise heraus, die kaum faule Finanzprodukte der Wall Street nachgefragt haben (Brasilien, China). "Indien kann am Welthandel nur dann teilhaben, wenn die westlichen Länder auf ihre riesigen Agrarsubventionen verzichten", S. B. Mittal, Indischer Stahlunternehmer.
Die Unctad rät ärmeren Ländern zu einer stärker interventionistischen Politik nach dem Modell Chinas. Die Reispreise sind 2006 um 48% und die Weizenpreise um 50% gestiegen, weil die Mengen immer knapper werden (Anbauflächen in China und Indien gehen verloren). Die Preiserhöhungen setzen sich 2007 und 2008 fort. Nach einer Vorhersage der UN soll die Weltbevölkerung bis 2050 auf 9,2 Mrd. Menschen anwachsen. Nach dem UN-Weltbevölkerungsbericht lebt ab 2008 die Hälfte der Menschheit in städtischen Gebieten. Sanktionen der UN gegen einzelne Staaten werden relativ leicht mit Handelspartnern unterlaufen. Z. B. arbeitet der Iran eng mit Dubai zusammen. Im September 2010 gibt es eine Millenniums-Konferenz der UN in New York. Es geht um die Überprüfung der Zielerreichung der acht wichtigsten Ziele bis 2015 (beschlossen 2000). Vom 07. 02. 2011 beriet das Weltsozialforum (rund 80.000 Vertreter) im Senegal über eine andere mögliche Welt. 2012 tagte das Forum in Brasilien. Auf dem Word Economic Forum in Davos, das vom 26. 01. 2011 bis 30.01. 2011 stattfand (wird seit 1971 jährlich durchgeführt), war das Thema: "Globale Normen, um die Welt wieder in Ordnung zu bringen". 2012 ging es in etwa zur gleichen Zeit um die Schuldenkrise und die Zukunft des Kapitalismus. 2500 Führungskräfte aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik kommen. 1,7 Mio. € kostet das Treffen, das von Klaus Schwab gegründet wurde und sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert. Bei den "Meetings of Nobel Laureates" geht es im August 2011 in Lindau um Lösungen aus der aktuellen Krise. "Menschen anderer Länder haben dasselbe Recht auf Marktzugang wie wir", Herbert Giersch, ehemaliger Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel. "Der Kapitalismus in der bisherigen Form passt nicht länger zu unserer Welt", Klaus Schwab, Präsident des Word Economic Forum.
Aktuelle Nachrichten aus diversen Quellen finden sich bei: news.google.de oder bei www.n24.de . Mit der Nachrichtensuchmaschine "Wikio" (www.wikio.de) kann man sich selbst eine persönliche Nachrichtenzentrale zusammenstellen. Man kann auch Artikel veröffentlichen. Lateinnachrichten (Nuntii Latini) finden Sie im Internet bei Radio Bremen: www.radiobremen.de/nachrichten/latein. Mittlerweile gibt es auch Wikipedia in Latein: http://la.wikipedia.org. Vgl. auch: Stroh, W., Latein ist tot, es lebe Latein! Kleine Geschichte einer großen Sprache, Berlin 2008. Als Kurznachrichtendienst ist mittlerweile Twitter ( www.twitter.com ) sehr erfolgreich.
"Die große Tragödie der Wissenschaft: die Ermordung einer schönen Hypothese durch eine hässliche Tatsache", (T. H. Huxley). "Facts are stubborn things, but Statistics are more pliable", (Laurence J. Peter, 1919-1988, author of "The Peter Principle".
- Sprechstunde in der vorlesungsfreien Zeit nach Vereinbarung (am besten per Email ausmachen). Die genaue Zeit meiner Sprechstunden im Semester ist bei "Zur Person, Kontakt/ Sprechstunde" aufgeführt und wird immer nach fertiger Stundenplanung aktualisiert. Bitte melden Sie sich für die Sprechstunde beim Sekretariat des Fachbereichs an (Frau Burchart, über Google - Kalender), das eine Liste hat. Nach Absprache mit mir sind in Ausnahmefällen (insbesondere zur Betreuung von Bachelor- und Masterarbeiten) auch andere Termine möglich.
- Klausuren versuche ich, nach spätestens zwei Wochen korrigiert mit Ergebnissen zurückzugeben. Kommentare im Text müssen in Anbetracht der stark gestiegenen Teilnehmerzahlen (auch juristischer Anfechtbarkeit) kürzer werden. Besprechungen können meist in der Gruppe bei einem Termin stattfinden (extrem hohe Studentenzahlen). Für das Gutachten zur Bachelor - Thesis brauche ich in der Regel eine Woche.
- Die Skripten für die Veranstaltungen liegen normalerweise Anfang des Semesters aktualisiert in der Bibliothek der FH bzw. des OAI zum Kopieren oder werden den Gruppensprechern übergeben (aktuelle Aspekte dazu sind auf dieser Homepage). Mittlerweile sind die meisten auch als Download auf der Homepage des Fachbereich "Betriebswirtschaft II Marketing und Personalmanagement" der FH LU (nur mit doppeltem Passwort herunter zuladen, jedes Semester aktualisiert).
- Im Wintersemester 2008/2009 hatte ich ein Forschungsfreisemester, das ich für einen Aufenthalt in China nutzte (Vorträge an verschiedenen Hochschulen und Interviews in Regierungsinstitutionen) Vgl. zur Auswertung hierzu die Liste der Veröffentlichungen. Im Herbst 2010 führte ich einen Lehrauftrag (Vgl. die Vorlesungen) in Istanbul/ Türkei aus. Dort organisierte ich für Frühjahr 2011 ein Symposion über Familienunternehmen in Deutschland und der Türkei.
- 1. Studienabschnitt: Interesse an einer Sonderveranstaltung "Öffentliche Verschuldung"? Interessant im Zusammenhang mit der Diskussion über den Stabilitätspakt (auch der im März 2006 von der EU beschlossenen Verschärfung und der Position von Sarkozy) und über das Sparprogramm und die Finanzpolitik des Finanzministers Schäuble (kurzfristiges EU-Kriterium von 3,0% HH-Defizit war inzwischen erfüllt, langfristiges Stabilitätskriterium von 60% Gesamtverschuldung am BIP ist noch nicht erfüllt (nach der Krise 2010 78%, 1,7 Bio. €); die Finanzkrise 2008/2009 verschärft die Situation, ab 2009 wieder EU-Kriterium HH-Defizit in Gefahr, 3,0% 2009, 2010 3,5%, 88 Mrd. €). Die EU eröffnet im Oktober 2009 ein Defizit - Verfahren (Zeitziel, Plan). Der SRW schlägt 2007 eine "Goldene Regel" vor (Schulden an Vermögensmehrung koppeln). Die Föderalismuskommission berät 2008 über einen Schuldenstopp. 2009 wird diese Schuldenbremse beschlossen (am 12.06.09 vom Bundestag): bis 2020 soll der Bund bei 0,35% des BIP und die Länder sollen bei 0 sein (bis dahin 800 Mio. € Konsolidierungshilfe für finanzschwache Länder). Nach der EU soll Deutschland ab 2013 die Schulden wieder an die Konvergenzkriterien anpassen. Wo liegen die Grenzen der Verschuldung und wie sehen die Folgen aus? Die Peripherie-Länder der EU haben 2010 nach der Krise mit erheblichen Haushaltsproblemen zu kämpfen (Griechenland, Portugal, Irland u. a.). Der EU droht ein Zielkonflikt zwischen Euro und nationaler Souveränität in der Finanzpolitik. Die Rückkehr zum Normalzustand (3%, 60%) dürfte ca. 20 Jahre dauern. Aus aktuellen Anlässen habe ich neue Fallstudien entwickelt, an denen bestimmte Themen des Grundstudiums erläutert werden: z.B. Oil Price Shock (hoher Erdölpreis als Ausgangspunkt). In allen Lehrveranstaltungen bin ich bereit, aktuelle Themen und Probleme ad hoc zu analysieren (vgl. auch Marktbetrachtung). Ich bitte um Initiativen und Wünsche.
- 2. Studienabschnitt: In den Volkswirtschaftslehre - Veranstaltungen des Marketing - Studiengangs bzw. von Management Ostasien im Hauptstudium bin ich auch auf Auswirkungen und eine Evaluierung der EU - Osterweiterung und auf die neuen Beitrittskandidaten ( Türkei, Rumänien, Bulgarien, die beiden letzteren sind Mitglieder ab 2006) eingegangen: Exportchancen, Direktinvestitionen, Produktionsverlagerung, regionaler Verdrängungswettbewerb, KMU. Weitere Themen im Bereich der Internationalen Wirtschaft im 2. Studienabschnitt waren die ökonomischen Folgen des Irak-Krieges, die Kinderarbeit, die Umkehrung der Knappheitsrelationen bei Arbeit und Umwelt, die Basarökonomie und Wertschöpfungsketten, die Auswirkungen des ökonomischen Aufstiegs Chinas, die Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Japan, die Rolle der KMU in der Globalisierung und die Situation bzw. Bedeutung der Entwicklungsländer (z. B. im Hinblick auf den Klimawandel, einschl. Global Governance und WTO). Danach waren die weltweite Krise der internationalen Finanzmärkte 2007/2008/2009, ausgelöst durch die Hypothekenbanken in den USA, und die KMU in China die Themen. Im Sommersemester 2009 ging es um die aktuelle Weltwirtschaftskrise mit ihren Folgen. Im Wintersemester 09/10 waren aktuelle Arbeitsmarktprobleme in Verbindung mit der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 das Thema, insbesondere im Zusammenhang mit KMU. Im SS 2010 ging es um die Folgen der und Folgerungen aus der Weltwirtschaftskrise. Im WS 2010/11 machte ich die Schwellenländer (Krisengewinner?) zum Thema (Vgl. Globale Institutionen). Im SS 2011 traten Familienunternehmen und Nachhaltigkeit (im vierfachen Sinne) in den Vordergrund. Im WS 2011/12 geht es um die Internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und seiner Unternehmen, insbesondere KMU. Mein Programm der Globalökonomik/ Internationale Wirtschaft finden Sie unter Lehre (Courses). Sie können auch Theoreme der Globalökonomik oder Links dazu einsehen.
Populärwissenschaftliche Bücher:
Aus früheren Jahren (maximal 4): H. W. Sinn zeigt in seinem Buch "Das Grüne Paradoxon" (Berlin: Econ 2008) die Paradoxien, die blinden Flecken, die Kosten und die Grenzen der Umweltpolitik auf. Sein 2009 erschienenes Buch "Kasino Kapitalismus" (Berlin, Econ) analysiert die Ursachen der Finanzkrise und zeigt einen Plan für die Sanierung der Finanzmärkte auf. Das Buch "Wohlstand für Viele - Globale Wirtschaftspolitik in Zeiten der ökologischen und sozialen Krise" von Jeffrey D. Sachs (München: Siedler 2008) zeigt auf, wie sich die Erde trotz wachsenden Wohlstand durch Armut, Überbevölkerung, Klimawandel und Umweltzerstörung in der Krise befindet. Er beschreibt die Herausforderungen und sagt, welchen Weg die Erde gehen sollte. . Das Buch "Fraktale und Finanzen" von B. B. Mandelbrot und R. L. Hudson (München/ Zürich 2007) behandelt das zentrale Problem der Globalisierung, nämlich die Unberechenbarkeit der Finanzmärkte. Mandelbrot gehört zu den weltweit führenden Mathematikern und wendet seine "fraktale Geometrie" auf die Finanzmärkte an. Zumindest gelingt es ihm, dass üble Fehlverhalten zu erklären. "Auf Finanzmärkten hat die Vorstellung eines "Wertes" nur begrenzten Wert", S. 340. In seinem neuen Buch "Die Neue Weltwirtschaftskrise" (Frankfurt/ New York 2009) analysiert der aktuelle Nobelpreisträger Paul Krugman die Weltwirtschaftskrise. Große Teile des Buches stammen allerdings noch von der Asienkrise (eher Neuauflage). Der Sammelband "Chancen des Wachstums" (Frankfurt: Campus, 2008; Hrsg. B. W. di Mauro, Beiträge u. a. von J. Stiglitz, J. C. Trichet, Dalai Lama) beschäftigt sich mit den Veränderungen durch die Globalisierung: "Wie ist eine Zukunft möglich, in der alle in Wohlstand leben können? Wie kann wirtschaftliches Wachstum mit Klimaschutz und Gerechtigkeit einhergehen? Auch das Buch "Der globale Countdown" von H. Schumann und C. Grefe (Köln: Kiepenheuer und Witsch 2008) behandelt die Zukunft der Globalisierung (Gerechtigkeit oder Selbstzerstörung). Finanzmärkte, Energiebedarf, Klimawandel, nationale Souveränität, Ungleichheit und Weltinstitutionen werden behandelt. Einer der berühmtesten Professoren im Bereich der Internationalen Wirtschaft und "der" Handelsexperte Jagdish Bhagwati hat eine "Verteidigung der Globalisierung" geschrieben (Pantheon, München 2008). Er bringt Argumente gegen die Globalisierungsgegner, die Arbeitslosigkeit, Umweltverschmitzung und Armut auf sie zurück führen. Sehr gut ist das Vorwort von Joschka Fischer. In dem Buch "Wie muss die Wirtschaft umgebaut werden?" von Bernd Meyer (Frankfurt 2008: Fischer) geht es um Perspektiven für eine nachhaltigere Entwicklung in der Welt. Es geht um den internationalen Wettbewerb um immer knapper werdende Ressourcen und den Klimawandel. Der Erzbischof von München Reinhard Marx, Erzbischof von München, hat 2008 ein Buch mit dem Titel "Das Kapital" vorgelegt (München, Pattloch). Es ist eine Auseinandersetzung mit den Ideen von Karl Marx. Es geht um die zentrale Frage, ob in den marktwirtschaftlichen Ordnungen der Traum vom Wohlstand zu Ende ist (dient das Kapital noch dem Menschen?). Über diese Frage habe ich auch einen Vortrag gehalten. George A. Akerlof und Robert J. Shiller setzen sich in dem Buch "animal spirits" (Frankfurt/ New York: Campus, 2009) für mehr psychologische Ansätze in der Wirtschaftstheorie ein. Sie weisen auf die Bedeutung von Vertrauen, Fairness, Arglist und Geldillusion hin. Noch ein nichtökonomischer Tipp nach einem Handgelenkbruch für alle mit gleichem Schicksal: "Die vierte Hand" von John Irving (verteidigte auch vehement G. Grass). Aktuelle, populärwissenschaftliche Bücher über Ostasien sind auf der entsprechenden Seite aufgeführt (Link: Ostasien/Buchtipps).
Aus dem vorletzten Jahr 2010: 2010 erscheit das Buch des stellvertretenden Chefredakteurs des Manager-Magazin Henrik Müller unter dem Titel "Sprengsatz Inflation" (Frankfurt/ New York, Campus). Er erwartet die Inflation in Form einer Preisexplosion nach der Krise. Der kanadische Experte Jeff Rubin prognostiziert in seinem buch "Warum die Welt immer kleiner wird" (München, Hanser, 2010) ein Ende der Globalisierung als Folge einer Ölknappheit. Jeremy Rifkin dagegen ist optimistisch für die Globalisierung, indem er ein globales Bewusstsein sieht (empathische Zivilisation). Die Empathische Zivilisation ist auch der Titel (Frankfurt/ New York, Campus 2010). Das Buch von Joseph Stiglitz mit dem Titel "Im freien Fall" (München, Siedler 2010) beschäftigt sich mit den Ursachen der Weltwirtschaftskrise und einer neuen Weltwirtschaftsordnung. Das Buch von Thilo Sarrazin mit dem Titel "Deutschland schafft sich ab" (DVA, München 2010) sollte man allein deshalb gelesen haben, weil die meisten Menschen darüber reden, ohne es gelesen zu haben. In einer Veranstaltung werde ich das Buch als Thema für ein Referat vergeben. Ausgehend von den aktuellen Krisen (Finanzkrise, Armutskrise, Handelskrise, Klimakrise, Schuldenkrise) zeichnet der Ökonom Heiner Flassbeck (seit 2000 bei der UN in Genf zuständig für Globalisierung) die "Marktwirtschaft des 21. Jahrhunderts" (Frankfurt 2010/ Westend-Verlag). Die Politik sieht er scheitern. Er hält die Teilhabe aller Bürger für erforderlich bei der Verknüpfung der vier großen Bereiche (sieh oben). Dies lässt sich seiner Ansicht nach nur mit einer Reform der Parteien- und Lobbydemokratie erreichen.
Aus dem letzten Jahr 2011: Rodrik, Dani: Das Globalisierungsparadox. Die Demokratie und die Zukunft der Weltwirtschaft, München (Beck) 2011. Der Autor geht von der neoklassischen Globalisierungslehre aus, die er kritisiert, weil sie die jüngsten Krisen mit verursacht habe. Er konstatiert ein politisches Trilemma der Weltwirtschaft: Hyperglobalisierung, Nationalstaat und Politische Demokratie seien unvereinbar. Deshalb komme es auf internationale Spielregeln an. Anschaulich wird auch die Geschichte der Globalisierung beschrieben. Willi Fuchs greift in seinem Buch "Wachsen ohne Wachstum" (München, Hanser 2011) ein aktuelles Thema auf, nämlich wie wir uns mit weniger Ressourcen weiter entwickeln können. Seine Lösung lautet als Ingenieur: mit besserer Technik. Dies kann nur mit besserer Bildung erreicht werden, was auf allen Stufen (Schule, Hochschule, mehr Frauen) umgesetzt werden muss. Intensiv sollte der Ingenieurmangel bekämpft werden. Joseph Vogel stellt in seinem Buch "Das Gespenst des Kapitals" (Zürich 2011, diaphanes) die wichtige Frage, ob die irrationalen Schwankungen an den Finanzmärkten Ausnahmefälle oder nicht eher reguläre Prozesse im System der kapitalistischen Wirtschaft sind. Es ist die Grundfrage nach der Effizienz und Rationalität des Systems.
Aus dem aktuellen Jahr 2012: wird ergänzt.
"Los libros hacen libre al que los quiere bien", Vicente Espinel (Bücher machen den frei, der sie gern hat).
Aktuelle bzw. bedeutende Ökonomen:
- In jeder mündlichen Prüfung der VWL werde ich eine Frage zu J. H. von Thünen (1783-1850) stellen, der einer der bedeutendsten und einflussreichsten Volkswirte Deutschlands ist. Literaturempfehlungen: J. H. von Thünen: Der isolierte Staat, Aalen 1990 (1. Auflage bei Perthes in Hamburg 1826). Bei der Jahrestagung des Vereins für Sozialpolitik wird seit 25 Jahren zu Beginn immer eine Thünen - Vorlesung gehalten. 2010 resümiert Martin Hellwig "in unserer Wissenschaft klafft eine große Lücke zwischen der Modelltheorie und dem Umgang mit praktischen Fragen der wirtschaftspolitischen Realität". "Man kann von dem redlichen Willen, seine Pflicht zu erfüllen, beseelt sein, und doch anderen großes Unrecht tun, wenn man nicht weiß und nicht erkennt, was Pflicht ist", Thünen. Der wichtigste (von der Auswirkung her) und bekannteste deutsche Nationalökonom (obwohl er eine juristische Ausbildung hatte) ist natürlich Karl Marx (1818-1883). Mit folgendem Zitat beweist er fast hellseherische Fähigkeiten, was die Krise 2008/2009 angeht: "In einem Produktionssystem, wo der ganze Zusammenhang des Reproduktionsprozesses auf Kredit beruht, wenn da der Kredit plötzlich aufhört und nur noch bare Zahlung gilt, muss augenscheinlich eine Krise eintreten, ein gewaltiger Andrang nach Zahlungsmittel", Das Kapital, 3. Band (1894). Peinlich ist meiner Meinung nach, dass ausländische Volkswirte ( z. B. in China ist er ein Volksheld, vgl. meinen Vortrag) sich auch heute noch intensiver mit ihm beschäftigen als die Deutschen (das war schon bei Max Weber in der Soziologie so). Zumindest für die VWL - Grundlagen-Veranstaltung beim Studiengang "International Business Management East Asia" habe ich deshalb den Marxismus wieder stärker gewichtet. Sehr einflussreich, vor allem in Asien, war auch Friedrich List, der auf die Vorteile von Protektionismus hinwies und damit als einer der ersten Ökonomen die Freihandelsthese der britischen Ökonomen in Frage stellte.
- Seit 2004 gibt es in Deutschland eine Keynes - Gesellschaft (John M. Keynes, 1883-1946). Hier kann man auch Informationen über die Biographie, die Weltwirtschaftskrise und die "General Theory" (2006 ist eine neue Übersetzung auf Deutsch erschienen, Duncker und Humblot, Berlin) abrufen. Revolutionär war für die damalige Zeit Keynes` Ansicht, dass marktwirtschaftlicher Wettbewerb nicht notwendigerweise zur Vollbeschäftigung führt. Er entwarf daher das Instrument der Nachfragesteuerung, um ein hohes Beschäftigungsniveau zu sichern. In seinem Essay "The Economic Possibilities for Our Grandchildren" schreibt er über die zentrale Bedeutung des technischen Fortschritts: "Das Ausbleiben wichtiger technischer Erfindungen zwischen dem prähistorischen Zeitalter und der vergleichsweise neuen Zeit ist wirklich erstaunlich. Fast alles, was noch zu Beginn der Neuzeit wirklich eine Rolle spielt, war bereits dem Menschen der Vorzeit bekannt". Allerdings ist die Erfindung der Landwirtschaft im 12. Jahrtausend v. Chr. in Mesopotamien oder Anatolien der größte Umbruch der Geschichte. Noch mal sehr stark wirkte die Erfindung des Buchdrucks. Der Kern seiner Lehre ist, dass der Kapitalismus aus sich selbst heraus instabil und unfähig ist, aus eigener Kraft sein Schwäche zu überwinden. Der Staat ist in der Lage, die Schwäche zu beheben und die Marktwirtschaft am Laufen zu halten, am ehesten , indem er die staatliche Nachfrage erhöht (hochaktuell! In seinem Buch "Die wirtschaftlichen Folgen des Vertrags von Versailles (1919)" beschäftigt er sich indirekt mit der Globalisierung, ohne das der Begriff damals verwendet wurde. 1930 freute es sich auf ein Ende des Wachstums in hundert Jahren, weil die Bedürfnisse des Menschen mit wenig Aufwand zu befriedigen seien. Im Herbst 2009 hielt ich einen Vortrag bei der Keynes-Gesellschaft mit dem Titel "Keynes meets Marx"). Ende 2009 stirbt Paul A. Samuelson (geboren 1915). "Samuelson hat alles verändert, was er anfasste: Die theoretischen Grundlagen seines Feldes, die Art, wie Volkswirtschaftslehre in der ganzen Welt gelehrt wurde genauso wie die Ethik und den Status seines Instituts", Susan Hockfield, MIT. Als erster Amerikaner und zweiter Preisträger erhielt er 1970 den Nobelpreis. Für ihn stand das Zusammenspiel zwischen Staat und Markt im Mittelpunkt. Er war einer der Zeitzeugen der Großen Depression und hat die Lehren von Keynes weiterentwickelt. Sein Lehrbuch der Volkswirtschaftslehre soll das erfolgreichste der Erde sein; er war sicher der einflussreichste Ökonom unserer Zeit und einer der letzten ökonomischen Generalisten. Am 22. Juli starb Herbert Giersch. Er leitete lange Zeit das Institut für Weltwirtschaft in Kiel und war einer der herausragenden deutschen Ökonomen mir globaler Sicht (Vgl. www.herbert-giersch-stiftung.de).
- Im Jahre 2007 tobt in den USA eine lebhafte Diskussion um das wissenschaftliche Erbe von Milton Friedman, ausgelöst durch ein Essay von Paul Krugman mit dem Titel "Who was Milton Friedman?" und von Akerlof mit einer Kritik an realitätsfremden Annahmen. Am 16.11. 2006 war Milton Friedman ("Die beste Sozialpolitik ist eine freie Marktwirtschaft") im Alter von 94 Jahren verstorben. Er gilt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Ökonomen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Monetarismus, dessen Vordenker er war, bestimmt noch heute die Strategien vieler Notenbanken. Am bekanntesten ist seine Erkenntnis, dass Inflation das Ergebnis einer schlechten Geldpolitik sei. Zentralbanken und der Staat sollten sich prinzipiell aus der Wirtschaft heraushalten und lediglich dafür sorgen, dass die Geldmenge gleichmäßig wachse. Dabei müsse zwischen nominalen und realen Zinssätzen unterscheiden werden. Sein Modell der "negativen Einkommensteuer" wird zur Zeit im Rahmen der Kombilohnmodelle heftig diskutiert. Seine Beratungstätigkeit, vor allem in Chile ("Chicago Boys"), hatte seinem Ruf eher geschadet. 2009 eskaliert ein Ökonomenstreit in Deutschland. Es geht um einen Konflikt zwischen mathematisch orientierten Ökonomen und praktischen Wirtschaftspolitik - Ökonomen. Auslöser ist die Besetzung von VWL - Stellen an der Uni in Köln. In den USA gibt es ein Netzwerk alternativer Ökonomen (Real World Economic Review), das den "Dynamitpreis für Ökonomie" dem Ökonomen verleiht, dessen Thesen am meisten zur großen Finanzkrise beigetragen haben.
- Der "Nobelpreis" für Wirtschaft (Ehrenpreis der schwedischen Reichsbank seit 1968 anlässlich ihres 300-jährigen Bestehens) 2011 geht an die beiden Amerikaner Christopher Sims (Princeton) und Thomas J. Sargent (New York). Sie entwickelten Methoden, um die Auswirkungen der Wirtschaftspolitik in makroökonomischen Modellen abzuschätzen (Zusammenhang Wirtschaftpolitik - volkswirtschaftliche Rahmendaten, "structural macroeconometrics", VAR, Lerneffekte). Da die Ergebnisse über 30 Jahre alt sind, stellt sich die Frage nach der aktuellen Relevanz. Im Jahre 2010 erhielten zwei Amerikaner (Dale T. Mortensen, Peter A. Diamond) und der Brite Christopher A. Pissarides den Preis. Sie können erklären, wie gleichzeitig hohe Arbeitslosigkeit und hohe Nachfrage nach Arbeitskräften auftreten (Informationsrigiditäten, Suchtheorie: Suchkosten, Suchzeiten). Damit haben sie das Verständnis für Märkte (Arbeitsmarkt, Immobilienmarkt) erhöht und Forschungsergebnisse von hoher praktischer Relevanz gefunden. 2009 ging der Preis an die US-Wissenschaftler Elinor Ostrom und Oliver E. Williamson. Ostrom ist die erste Frau mit diesem Preis nach 63 Männern und Politikwissenschaftlerin an der Indiana University in Bloomington. Sie beschäftigt sich mit Institutionen, Bevölkerung und vor allem Umwelt und ist bereits emeritiert. Williamson ist emeritierter Professor in Berkeley und forschte über Institutionen, Führung und Recht. Beide bekommen den Preis für die Forschung über Kräfte alternativ zum Markt, Ostrom für Kooperationen und Gemeingüter, Williamson für Modelle der Konfliktlösung im Unternehmen (Transaktionskostenökonomie). Im letzten Jahr war der amerikanische Ökonom Paul R. Krugman für seine Forschungen über Standortfragen (Neue Ökonomische Geographie, hier hat er viel von Thünen übernommen) und strategische Handelspolitik (Kritik an der Freihandelsthese von Ricardo) ausgezeichnet worden. Seine Ideen sind nicht wirklich neu gewesen, sondern haben Probleme auf den Punkt gebracht. Er ist auch ein bekannter Kolumnist der New York Times. Außerdem hat er ein Weblog (http://krugmanonline.com). Mit seinem Buch über die Asienkrise habe ich einige Jahre eine Fallstudie durchgeführt. In der Weltwirtschaftskrise (hierfür hat er sein Asienbuch aktualisiert) kritisierte er vor allem Peer Steinbrück und Österreich. 2010 warnt er vor Axel Weber an der Spitze der EZB und plädiert für mehr Konjunkturprogramme. 2007 erhielten die drei amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Leonid Hurwicz (starb im Alter von 90 2008), Eric S. Maskin (Princeton, 56) und Roger B. Myerson (Chicago, 56). Sie betrieben in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts Grundlagenforschung bei der "Mechanismus-Designtheorie". Der Forschungsbereich gehört zur Vertrags- und Spieltheorie und befasst sich mit der effektiven Funktionsweise von Märkten, indem Ressourcenverschwendung verhindert werden soll. Es geht um die Frage, wie und mit welchen Verfahren Menschen die Verteilung knapper Ressourcen am besten organisieren. 2006 ging er an Edmund S. Phelps (geb. 1933) von der Columbia University in New York. Er untersuchte makroökonomische Zusammenhänge zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit (Rolle von Erwartungen der Wirtschaftssubjekte, Folgen von Maßnahmen gegen beide auf zukünftige Generationen - intertemporale Zielkonflikte -, Zinssenkungen zur Reduzierung der NRU, Kombilohn). Er erforschte auch Humankapital und beschrieb, wie sich Innovationen und neue Technologien ausbreiten. Schon 2005 erhielten die Spieltheoretiker R. Auman und T. Schelling den Preis. Im Jahre 1994 wurde der einzige deutsche Ökonomie-Nobelpreisträger Reinhard Selten zusammen mit John Nash und Harsanyi ausgezeichnet für Leistungen in der Spieltheorie. Auch der Friedensnobelpreis 2007 wird an Personen mit großer ökonomischer Relevanz verliehen: an Al Gore, den ehemaligen US-Vizepräsidenten, Umweltschützer und "Klimaprediger", und an den Weltklimarat (IPCC). Der Weltklimarat wurde 1988 vom Umweltprogramm der UN (Unep) und der Weltorganisation für Meteorologie in Genf gegründet (mehr dazu); er veröffentlicht im November 2007 seinen nächsten Bericht. Wichtigstes Ergebnis ist vorab, dass der Temperaturanstieg auf der Erde noch in diesem Jahrhundert bis 2099 um bis zu 6 Grad zunehmen kann. Al Gore hat 2009 wieder ein Buch zum Klimawandel veröffentlicht: Wir haben die Wahl (München: Riemann). Schon 2006 erhielt ein Wirtschaftsfachmann den Preis: der Gründer der Grameen - Bank Mohammad Yunus aus Bangladesch (Grameen=Dorf). Mit Kleinstkrediten kämpft diese Bank gegen die Armut. Er machte "microfinance" salonfähig. "Geschenke machen träge", Muhammad Yunus, zur Begründung, warum seine Bank überhaupt Zinsen nimmt. Mitte November 2006 fand zu dem Thema in Halifax ein "Mikrokredit-Gipfel" statt. 2008 erschien von Yunus das Buch "Die Armut besiegen", in dem er die Gründung von Sozialunternehmen fordert. 2011 beginnt der Stern des Yunus-Imperiums zu verblassen. Er wird als Direktor der Grameen-Bank abgesetzt (Mikrokredite-Haie mit Wucherzinsen, mehr Einfluss für die Zentralbank). "Ich will den Preis nutzen, um das Bewusstsein für die Gefahren des Klimawandels zu stärken" Al Gore.
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- Das eigene Logo könnte für Wirtschaftskreislauf, Globalisierung, Interdisziplinarität, Transfer und Kommunikation stehen (mit Abgrenzung nach Rechts und Bodenhaftung). Dabei können die Farben stehen für Blau-Wissen/Himmel, Rot-Leben/Freude, Grün-Natur/Aufblühen. Ich arbeite mit einem eigenen Logo, weil mit der Homepage Studenten verschiedener Hochschulen betreut werden und teilweise auch Richtung Blog mit immer mehr subjektiven Elementen gegangen wird. Im Text auf den anderen Seiten haben die Farben eine Layout- und Lesehilfefunktion: So werden mit "Grün" Sprüche und Zitate gekennzeichnet; mit "Blau" werden Texte durch Überschriften gegliedert, in "Rot" werden besonders wichtige Sachverhalte herausgestellt (Rot war ursprünglich in China dem Himmelssohn/Kaiser vorbehalten). Auf längeren Seiten dient die Farbe "Rot" auch Gliederungszwecken. Der Text ist in Dunkelgrau (in China die Farbe des Volkes).
- Das Wolfspur-Symbol steht für Individualität, Gespür, Distanz, Unabhängigkeit und Sozialität; nur für "Heulen" in der Wissenschaft soll es nicht stehen, da auch mehr "Klappern" zum wissenschaftlichen Handwerk gehört, welches Verhaltensmuster man auch als "Gackern" bezeichnet (Campus-Knigge).
- Das Blau ist die Farbe des Himmels (deshalb haben die Tempeldächer in China auch diese Farbe, am besten am Himmelstempel in der Verbotenen Stadt zu sehen) und ist außerdem angeblich auf weiß am besten und schnellsten zu lesen. Deshalb ist die Startseite auch versuchsweise in der Farbe "Blau" auf "Weiß". Die Pfingstrose (Päonie, auf der Seite "Ostasien)), das Logo des Ostasieninstituts, stand sowohl im antiken Griechenland und Mittelalter ("Benediktinerrose") als auch im kaiserlichen China für Reichtum, Heilung (in China Gewinnung des Mudan Pi; Königin der Blumen) und weibliche Schönheit.
- Eine Seite (Öffentlichkeit/ Public) soll von den Nutzern mitgestaltet werden. Per Email oder im persönlichen Gespräch bitte ich um Ideen und Anregungen (ein direktes Feedback hat sich als nicht sinnvoll erwiesen). Probleme mit dieser Homepage/ Lernplattform und Kritik können Sie mir auch mitteilen.
- Wer Probleme mit der Informationsfülle und Übersichtlichkeit der Homepage hat oder wer gezielt Themen sucht, sollte die Gliederungsseite "Sidemap" benutzen. Für eine optimale Usability (Gebrauchstauglichkeit) fehlt mir die Professionalität, ich bin nur Hobby-Informatiker. Damit bitte ich auch die fehlende Barrierefreiheit zu entschuldigen.
"Float like a butterfly, sting like a bee", Muhammad Ali.
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Web-Design und Web-Programmierung (Layout, Technik) und Internetredaktion (Inhalt): Werner Krämer. Basis ist das Softwareprogramm "Frontpage", das mittlerweile nicht mehr vertrieben wird (insofern sind Forderungen in diesem Bereich sinnlos). Geburtsstunde des WWW allgemein war der August 1991 (das "Ältliche" der Homepage ist insofern gewollt).
Dienstliche Adresse:
Prof. Dr. Werner Krämer, Hochschule Ludwigshafen, D - 67059 Ludwigshafen am Rhein, Ernst - Boehe - Straße 4, Raum B 218, Tel.: 0621/ 5203-224; Fax: 0621/5203-112 oder Ostasieninstitut, Rheinuferstraße 6, 67061 Ludwigshafen. Sie können mich auch per Email erreichen. Auf den Homepages der Hochschule und des Ostasieninstituts gibt es Anfahrtsskizzen.
Disclaimer und Haftung:
Für die Aktualität, Richtigkeit, Vollständigkeit und Qualität der Informationen auf dieser Site übernehme ich keine Gewähr. Für Schäden, die aus der Nutzung dieser Seiten erwachsen, übernehme ich keine Haftung. Die gilt für unmittelbare und mittelbare Schäden. Ich bin aber bemüht, für die Richtigkeit und Aktualität aller auf der Domain enthaltenen Informationen und Daten zu sorgen. Über urheberrechtliche Änderungen kann ich mich nicht ständig informieren (aber Sonderstellung des wissenschaftlichen Zwecks im Urheberrecht, Zitatrecht), unterlasse aber auf Hinweis schnellstmöglich entsprechende Texte. Sollten auf Seiten, zu den ein Link (externe Links) besteht, unerwartet rechtswidrige Hinhalte enthalten sein, so distanziere ich mich davon (da es sich um "lebende", dynamische Verweisungen handelt, ist eine ständige Kontrolle nicht möglich). Bei "toten Links" führe ich eine Korrektur nach einem Email-Hinweis durch. Sind unbeabsichtigt personenbezogene Daten (oder Identifizierungsmöglichkeiten) , die dem Datenschutz unterliegen, auf der Website, so werden diese nach einem entsprechenden Hinweis unverzüglich gelöscht.
Mit anderen Worten (Kommentar):
Es handelt sich um individuell gestaltete Seiten (persönlich und selbst verwaltet, im Rahmen der Hochschule angesiedelt) mit Informations-, Ergänzungs- Motivations- und Dienstleistungsfunktion, in erster Linie für StudentInnen (Hauptzielgruppe). Reputation muss heute darüber hinaus aktiv im Internet ("Web-Visitenkarte", "Internet-Leumund", "Netz-Image", satirisch: "Interlaus") mitgestaltet werden. "Jeder Mensch gilt in der Welt nur so viel, als er sich selbst geltend macht", Knigge. Die Homepage bietet neue, nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, die zunehmend von vielen Kollegen ausgereizt werden. Längerfristig wird eine noch umfassendere Lernplattform ("Blended Learning") und in Elementen eine Art "Blog" ausgebaut. Damit wird ein Informationsverhalten "on demand" (asynchrone Kommunikation) für die StudentInnen ermöglicht. Als sehr nützlich hat sich die Homepage auch für StudentInnen im Ausland erwiesen (Praktikum, Auslandssemester, insbesondere bei Management Ostasien/IBMEA). Im Informationszeitalter sollte man den Studenten auch helfen, "Empowerment" für eine qualitative Nutzung des Internet in den Wirtschaftswissenschaften zu entwickeln (dies versuche ich insbesondere mit den Links und Hinweisen in den Veranstaltungen). Der Inhaber ist - wie die meisten Pädagogen - ein Menschenfreund, der an das Gute glaubt und mit dieser Homepage etwas nachhelfen will. Er will niemandem etwas Böses (getreu der buddhistischen Metapher von den drei Affen, die sich Ohren, Augen und Mund zuhalten: sie bedeuten "Nichts Böses hören, nichts Böses sehen , nichts Böses sprechen"), so wie diese "Site" für meine StudentInnen auch nicht verpflichtend ist. Für die Autorenschaft der Sprüche und ökonomischen Zitate, die zum Original-Lesen anregen, das Personelle und den historischen Zeitbezug der Wissenschaft vermitteln sowie das Universelle der Kulturen aufzeigen und auflockern sollen, kann ich nicht in jedem Falle die Gewähr übernehmen. Ich bin auch nicht in der Lage, Urheberrechte in Perfektion zu überblicken (wegen der starken Dynamik und Intransparenz), Unterlassungswünschen komme ich schnellstmöglich nach (dabei sind immer wissenschaftliche, nicht gewerbliche, Zwecke mit einem Sonderrecht/ Zitatrecht zu tolerieren). Web 2.0-Elemente sind mir im Moment noch zu aufwendig, d.h. ich habe nicht die Zeit zur erforderlichen Kommunikation.
Eine Garantie dafür, dass die Homepage nicht auf erwartete zukünftige Misserfolge, verschlafene Vorträge, Urlaubsbilder (Ansätze sind schon da) und Selbstdarstellung von privaten Hobbys - wie bei vielen amerikanischen Kollegen üblich - ausgedehnt wird, kann nicht übernommen werden.
Auch eine Art VWL - Lehrbuch wird seit einigen Jahren aus einigen Bausteinen unkonventionell aufgebaut, da die Dynamik des Faches (jeder Ökonom hat Schwierigkeiten in der Finanz- und Weltwirtschaftskrise, mit den realen Entwicklungen Schritt zu halten) und der Bedarf an Aktualität in diesem Fach nicht mehr mit Büchern gedeckt werden kann. Zusätzlich ist jeder Professor heutzutage auch eine Ich - AG, der seinen eigenen Namen und sein privates Netzwerk pflegen muss (siehe oben). Das Internet ist auch deshalb so effektiv und effizient, weil man die Menschen nicht gut kennen muss, um mit ihnen ein Netzwerk zu bilden. Der Preis meiner Nachrichten im Internet tendiert gegen Null (Öffentliches Gut?, schon John Rawls verteilte seine Skripte kostenlos in Harvard). Dies ist möglich, weil auch meine Kosten gegen Null gehen (ökonomisch ist dieser Prozess sehr kompliziert, denn bekanntlich ist Nichts umsonst, vgl. die folgenden Ausführungen). Diesen Mechanismus hat der Chefökonom von Google Hal Varian in seinen "Information Rules" beschrieben (mittlerweile betreut er ein Weblog; bekannt geworden ist der Berkeley-Professor durch ein Lehrbuch der Mikroökonomik. Er beruft sich auf die alte Begründung von Samuelson mit den Grenzkosten gleich Null bei öffentlichen Gütern. Diese mikroökonomische Begründung stellt meiner Ansicht nach eine Rechfertigungsideologie dar, theoretisch und praktisch gibt es auf längere Sicht keine Grenzkosten gleich Null). Er hat auch den Auktionsmechanismus für Google entwickelt, der die Werbung passend zu den Suchbegriffen einblendet (Die Hälfte der Werbung wird zum Fenster hinausgeworfen. Im Internet weiß ich, welche Hälfte das ist", Hal Varian). Vgl. auch einen Artikel in der FAZ, Di., 23. Juni 2009, S. 19. Werbung ist auf absehbare Zeit bei mir nicht beabsichtigt, obwohl die Seite sehr stark frequentiert wird (s. Google, Yahoo). Vgl. auch meinen Abschnitt Stellenwert des Internet auf der Seite "Fallstudie/ E-Learning".
"Während er aber den Stoff bereitlegen wollte für andere, die Geschichte zu schreiben beabsichtigen, hat er eher den Toren einen Dienst erwiesen, die nun versuchen werden, seine Texte mit der Brennschere aufzufrisieren", Cicero (106 - 43 v. Chr., römischer Staatsmann, Schriftsteller und Redner, eigentlich Marcus Tullius. Cicero, der Beiname, bedeutet "Kichererbse") über "De Bello Gallico" von Caesar. Im Jahre 2007 ist ein interessantes Buch über beide erschienen: G. Haefs, Caesar, München. Hier finden sich auch kreative Finanzierungsmodelle, die zeigen, das alles schon mal war.